Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 10.01.2014

Hm. Wäre "Pain & Gain" eine Auftragsarbeit gewesen, hätte man sagen können: OK, hier wurde eine eher tragische Geschichte aus dem realen Leben stilistisch "bay-isiert" und auf nicht uninteressante Art und Weise in eine Groteske verwandelt, die nach den Prinzipien einer Actionkomödie funktioniert. Und noch dazu hat Bay ein paar nachdenkliche Untertöne unter all dem Hochglanz verstecken können.

Dass sich der Transformers-Macher für eine ja doch verhältnismäßig plumpe Idee wie diese aber weiter an seine zwar erfolgreichste, künstlerisch aber irrelevanteste Franchise gebunden hat, erschließt sich nicht, denn dazu ist das Ergebnis auch einfach nicht mutig / andersartig genug.

Das irregeleitete Elitedenken der Bodybuilder wird zwar gerade in den ersten Minuten wunderbar mit den Werten des "American Way Of Life" verknüpft, anschließend verliert sich die Erzählung aber doch in zirkulierenden Ereignisketten, die meist mit einer saudämlichen Aktion beendet werden (was i.d.R. auf die Kappe von The Rocks Figur geht), worauf unermüdlich ein neuer Anlauf nach dem anderen erfolgt, um das große Ziel zu erreichen.

Dabei ist dem Zuschauer von Beginn an klar, dass der eigentliche Traum der Protagonisten so paradox ist, dass er nicht in Erfüllung gehen kann - nämlich an der Spitze der Gesellschaft zu stehen und von allen bewundert zu werden, sich aber krimineller Mittel zu bedienen, um dies zu bewerkstelligen. Bei genauem Blick wirft gerade die Blindheit der Charaktere für das zum Scheitern verurteilte Unternehmen ein tragisches Licht auf die grundsätzlich witzig erzählten Geschehnisse.
Bay holt nur leider zu wenig aus der guten Ausgangskonstellation heraus, weil er eben als Verketter von Aktion und Reaktion besser funktioniert als in Funktion eines Geschichtenerzählers.

Wahlberg, Johnson und Mackie holen das Beste aus ihren Stereotypen heraus (und jeder hat mindestens ein, zwei köstlich übersteigerte Momente der totalen Doofheit), harmonieren allerdings kaum miteinander noch mit einer der anderen Parteien, etwa Tony Shalhoub oder Ed Harris.

Ja, man spürt, dass Bay hier was Großes vorhatte, das epochale Ereignis geht ihm aber zwischen all dem schwarzen Slapstick flöten. So sollten manche Schuster vielleicht doch bei ihren Leisten bleiben.

*weitere Informationen: siehe Profil

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