Review

Oh mein Gott, er hat es schon wieder getan!

Nachdem Nicolas Winding Refn mich mit "Drive" nachhaltig enttäuscht hat, setzt er nun mit "Only God Forgives" gnadenlos noch einen drauf. Keine Ahnung, in welcher selbstreferenziellen Endlosschleife sich Monsieur verfangen haben, oder inwieweit er den Trashklassikern der 80er Jahre Tribut zollen wollte... was er hier abliefert, kommt so bierernst daher, dass man heulen möchte und wirkt leider nur unfreiwillig komisch, gelackt und überdreht.
Man möchte meinen, dass der Kontakt mit Übersee der Qualität des Ref´schen Schaffens nicht eben gut getan hat, denke man nur an die Zeiten, als uns die Pusher-Trilogie vor den Latz geknallt wurde und man sich dachte: "Wow, der Regisseur hat es echt drauf!" Das Ganze atmete damals noch die Grandeur des europäischen Kinos, von Trier und Konsorten lugten um die Ecke und Herr Refn machte uns vor, wie modernes, brutales, sich selbst nicht allzu ernst nehmendes Kino funktioniert. Diese Zeiten scheinen ein für alle Mal vorbei zu sein. Und was ich von Kristin Scott Thomas´ Performance halten soll, hat sich mir noch nicht erschlossen... wahrscheinlich wollte sie auch mal so richtig fies und abgefuckt abgefilmt werden nach all den Charakterstudien der letzten Jahre... ihr sei es verziehen. Ryan Gosling ist nun endgültig im immergleichen Gesichtseinschlafmodus angelangt, was nicht sonderlich überrascht, aber dennoch irgendwie traurig stimmt... ich bin sicher, aus seiner Rolle wäre so einiges rauszuholen gewesen, aber naja, was solls... Immerhin schafften es einige Szenen, mir ein Schmunzeln aufs Gesicht zu zimmern, wenn wohl auch aus nichtintendierten Gründen. Da  ich mich an der optischen Darbietung des Spektaktels letztendlich doch ergötzen konnte und mir der Soundtrack gefiel, gibts noch 7/10 Punkten. Aber beim nächsten Mal bitte wieder mit Charakteren, denen man gern bei der Drecksarbeit zuschaut, weniger Rumsuhlen im Narzisstischen und weniger Style-over-Substance, dann wird auch wieder ein Schuh draus. 

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