Review

kurz angerissen*

Alexander Paynes Schwarzweißfilm ist eigentlich eine Vater-Sohn-Tragikomödie, portraitiert aber durch die Road-Movie-Konstruktion zugleich den gesamten Mittleren Westen der Vereinigten Staaten. Fast ebenso wichtig wie die Hauptfiguren sind die vielen Episodenbegleiter auf ihrem Weg, die manchmal liebenswert, meist schrullig-beschränkt, aber auch oft missgünstig, raffgierig und egoistisch gezeichnet sind. Trotzdem ragt Bruce Dern mit seiner Darstellung eines verwirrten alten Säufers weit in den Mittelpunkt und vermittelt zwischen den Zeilen die Sehnsucht nach einem besseren Leben, idealerweise einem Neuanfang. Die Jagd nach dem vermeintlichen Millionenpreisgewinn ist ein Witz mit weit voraussehbarer Pointe und symbolisiert die Naivität im Glauben an Besserung, doch Payne vermag die aussichtslose Zeichnung der Zukunft mit der Kraft eines guten Happy Ends zu vermischen, so dass sich ein silberner Streif am Horizont zeigt.

Dazu trägt auch der zweite Hauptdarsteller Will Forte bei als Sohn, der mit beiden Beinen in der Realität verankert ist und dennoch die Bereitschaft aufbringt, sich in die verquere Welt seines Vaters zu begeben, um Frieden mit ihm zu schließen.

Nicht so beißend zynisch wie „About Schmidt“, nicht so philosophisch wie „Sideways“, nicht so verspielt wie „The Descendants“, fügt Payne seinem Oeuvre einmal mehr eine neue Note bei, deren melancholischer bis irreversibler Ton sich am ehesten noch mit David Lynchs „The Straight Story“ überschneidet.

*weitere Informationen: siehe Profil

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