Review

Holland schafft sich an


Der Borgman, der Borgman, er kommt aus dem Boden, 
entblößt eure Fehler und Scheine, mit denen ihr euch habt seit Jahren belogen. 

Part Nachtmahr, Part Flüchtling, Part Heilsbringer,
zeigt dieser holländische Anti-Käse allen Zweiflern den Finger. 

Wie hier Wohlstand und scheinbare traditionelle, feste Werte werden skalpiert, 
sodass einen nur noch die kalte Fratze der Wahrheit anstiert. 

Etwas surreal, dennoch glasklar in Aussage, Gefühl und Kommentar, 
denn diese Angst vor dem Fremden und schwer Kategoriersierbaren scheint leider ewig da. 

„Borgman“ bietet fieses Verhalten und abstoßende Mängel, 
nur irgendwie recht wenig beim zerzausten, titelgebende Bengel.

Er dreht eine Ehe, eine Familie und eine ganze Weltanschauung mal eben durch den Wolf, 
und macht das gefühlt beiläufig wie zwischen zwei Löchern beim Golf. 

Aus dem Wald und der kalten Erde kommt er her,
ja, solch ein vages Feindbild fürchten einige scheinbar wirklich sehr. 

Daher ist „Borgman“ nicht nur zeitlos, sondern akut, 
er zahlt mit Gift, Sexentzug und ein wenig Blut. 

Nie ganz Arthouse, nie ganz Horror, nie ganz zum freien Lachen,
oh man, Niederlande, was du machen für Sachen?! 

Ganz großes Kino für mich und meinen Geschmack, 
eine schöne Breitseite für das ängstliche, extreme Pack. 

Fazit: fabelhaft off-beatige und sehr spezielle Home Invasion-Metapher zwischen Terror und Schwarzhumor aus den Niederlanden. „Parasite“ meets „Funny Games“. Sehr düster, sehr böse, sehr wichtig. Positiv anders. Vor allem für die hassstreuenden Rechten, die völlig daneben meinen, wir würden von Andersartigen und Fremden unterwandert, überlaufen, zerstört. Und dies im Endeffekt selbst tun (wollen). Der „Borgman“ kriegt sie alle! 

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