Wer Teil 1 und 2 gesehen hat kommt kaum daran vorbei auch den vorab angekündigt letzten 3. Teil zu sehen. Dieser dritte Streich unseres Wolfsrudels beginnt mit einer Einstellung in Superzeitlupe und endet auch mit einer solchen. Damit sei schon angedeutet, dass diesmal die Geschichte mehr in Richtung eines unabhängig funktionierenden Verfolgungsthrillers mit Comedy-Anteilen mutiert ist. Es findet also kein Totalabsturz statt, der dann im Nachhinein aufgerollt werden muss. Dies ist schon das erste Problem für einige Fans, die unter dem gleichen Namen auch das gleiche bewährte Szenario erwartet haben.
Um es gleich vorab zusammenzufassen: HANGOVER 3 knüpft aus meiner Sicht nicht an den grandiosen ersten Teil an, der Vergleich mit dem 2. Teil ist reine Geschmackssache und müßig und bringt nicht weiter. Funktioniert Teil 3 denn davon unabhängig als gute Komödie mit unseren bewährten Mitgliedern und Mr. Chow? JA und NEIN. "JA", weil es weiterhin gute Gags gibt, auch wenn nicht so zahlreich und der Trailer eine ganze Reihe der gelungenen Szenen schon vorwegnimmt.
Die besten Szenen sind die Rückblenden, die zarten Verbindungen und Erinnerungen an die früheren Teile und wilden Taten. Hier kommt Family-Feeling nicht nur innerhalb des Rudels auf, sondern auch mit uns Zuschauern, die ja auch in den ersten Teilen mit den Jungs mitgelitten haben. "NEIN", weil nicht nur mit der Tradition des bislang sehr gut gelungenen Aufrollens einer durchfeierten Nacht gebrochen wird, sondern weil auch vor allem im Mittelteil teilweise Längen aufkommen und einfach kein Gagfeuerwerk mehr präsentiert wird.
Einige Lacher bleiben im Halse stecken und es gibt auch schlicht viel weniger davon. Es gibt nicht zur Serie passende Brutalitäten und plötzliche Tötungen die im Nachhinein als Zeichen für mangelnde sonstige fesselnde oder lustige Storyelemente zu deuten sind. Im Mittelteil gibt es einige Längen und es dauert eine Weile bis der Film Fahrt aufnimmt und im turbulenten Schlussteil wieder einige Punkte gut macht. Wem der schräge Mr. Chow auf die Nerven geht wird aufgrund seiner relativ hohen screentime noch mehr Probleme mit HANGOVER 3 haben.
In anderen überstrapazierten Worten: HANGOVER 3 ist einfach weniger Kult und hat nicht den Charme der ersten beiden Folgen! Zusammenfassend polarisiert HANGOVER 3 die Zuschauer stark. Ein Rezensent schreibt die Zuschauer hätten im Kino geklatscht am Ende, der andere schreibt es hätten vor dem Ende einige das Kino verlassen. Wir reden von dem gleichen Film. Der Anfang ist meines Erachtens noch gut gelungen. Nach einer furiosen Actionsszene dominiert etwas unerwartet recht derber schwarzer Humor und schon nach 5 Minuten sind ein Verwandter des Wolfsrudels und ein Tier in die ewigen Jagdgründe abgetaucht.
Apropos Tiere: Nicht weniger als eine Giraffe, Hühner und auch 2 Hunde müssen dran glauben. Regisseur Todd Philips scheint kein Tierfreund zu sein. Unser guter Alan (Zach Galifianakis) steht noch mehr als in den Folgen davor im Mittelpunkt der Geschichte und drängt seine Mitspieler Stu, Phil und Doug ganz schön in den Hintergrund. Kein Problem, denn seine Szenen sind wieder gut gelungen und oft auf dem Niveau der ersten Teile. Interessant ist die im Vergleich deutlicher betonte Bisexualität oder eher Omnisexualität von Alan die Grundlage für viele Gags ist.
Sehr freuen durfte man sich auf John Goodman. Dieser wird aber nicht wirklich gefordert und agiert bis auf wenigen Szenen recht blass und klischeebeladen. Der sich aus meinen bescheidenen Zeilen ergebende durchwachsene Eindruck von HANGOVER 3 täuscht nicht. Fans der Reihe werden den 3. Teil sowieso sehen wollen, als Abschluss geht er in Ordnung, es gab schon schlimmere Schlussteile von Trilogien die es immer schwer haben. Die beste Szene war ironischerweise der Abspann dessen Details hier nicht verraten werden außer der Empfehlung eben noch etwas sitzenzubleiben. Und ciao!.
5,5/10 roten Lollis....äh,....Punkten