Nach dem Überraschungshit von Universal "Ich - Einfach unverbesserlich" (2010), der weltweit über 540 Mio Dollar einspielte, war es nur eine Frage der Zeit, bis das Sequel kommt. Nun, drei Jahre später steht er in den Startlöchern und dreamlandkatze testet ihn für euch. Ich bin ja bekannt dafür, dass ich an Animationsfilme sehr hohe Ansprüche stelle - es muss witzig sein, ein nicht zu überdrehter Plot das Geschehen bestimmen und vorallem erwarte ich von solchen Filmen, dass sie mein Herz berühren.
Der ehemals größte Bösewicht der Welt Gru lebt mittlerweile mit seinen drei adoptierten Töchtern Margo, Edith und Agnes ein beschauliches Leben und versucht sich an Kindergeburtstagen zu organisieren und an Marmeladenproduktion, die geschmacklich noch sehr verbesserungswürdig ist. Seine kleinen Helferlein, die Minions und sein treuer Weggefährte Dr. Nefario greifen ihm dabei unter die Arme.
Als Dr. Nefario ihn aber für einen neuen Auftraggeber verlässt, kommt auf Gru die streng geheime Anti-Verbrechens-Liga in Form von der übereifrigen Lucy auf ihn zu und bittet ihn, um einen neuen Superschurken dingfest zu machen. Keiner weiß, wer dieser Schurke ist - man weiß lediglich, dass er sich in einer riesigen Shopping-Mall als normaler Verkäufer getarnt eingenistet hat. Er hat ein neues Serum geklaut, dass aus normalen Menschen unzerstörbare Zombiebestien macht.
Gru macht gemeinsam mit Lucy Jagd auf den Unbekannten und bemerkt dabei, dass er für die Agentin mehr als nur reine berufliche Partnerschaft empfindet...
Ich weiß nicht so genau, in entfernter Erinnerung hab ich den ersten Teil als "ganz okay"-Status noch im Gedächtnis. Der Film fühlte sich irgendwie unrund an und traf nicht komplett meinen Geschmack. Vielleicht wurde ich auch irgendwie von der Story überrumpelt. Dafür müsste ich aber erst wieder den ersten Teil schauen.
Was mir aber richtig im Gedächtnis hängengeblieben ist, sind diese Minions, die ausschauen wie kleine Erdnussflips mit blauer Arbeiterhose. Neben Scrat aus "Ice Age" dürften diese wohl die berühmtesten Sidegags in Animationsfilmen darstellen. Dementsprechend mehr Screentime hat man ihnen auch spendiert, was dem Sequel natürlich äußerst gut tut und bei dem Zuschauer für noch mehr Lacher sorgen wird.
Die Kernstory rund um den Superschurken wurde mit gut ausbalanciertem Gleichgewicht mit anderen Erzählsträngen zusammengesetzt. Denn neben der Jagd muss sich Gru mit seiner Nachbarin rumschlagen, die ihn andauernd mit Single-Frauen verkuppeln will, worauf Gru mal überhaupt keinen Bock hat und natürlich sind da noch die drei supersüßen Waisenkinder, von denen eine in die Pubertät kommt und sich in einen Jungen verliebt - was Gru natürlich gar nicht schmeckt.
Was man "Ich - Einfach Unverbesserlich 2" nicht absprechen kann, ist, dass der Gagpegel enorm hoch ist. Ein Witz jagt den nächsten, wobei der Schwerpunkt auf absurder Situationskomik und Slapstick liegt.
Man merkt den Machern an, dass sie scheinbar ziemlich lange an der Story, den Charakteren und dem ungewöhnlich guten Soundtrack gearbeitet haben, denn dieser Film ist ein Selbstläufer. Bis auf ein paar kleine Macken (z.B. die Handlungsschwäche im Schlussakt) bietet dieser Film keine Angriffsflächen für Kritik. Auch die Zukunft von Dr. Nefario dürfte selbst die Kleinsten unter uns nicht überraschen.
"Ich - Einfach unverbesserlich 2" (ich kann mich mit dem deutschen Titel immer noch nicht so wirklich anfreunden), ist der Sommer-Blockbuster mit garantierten hundert Lachern (Minimum) geworden, so wie man es sich halt vorstellt.
Mir persönlich hat nur die gewisse Magie gefehlt, also die ganz großen Gefühle, die ich letztens noch in "Hüter des Lichts" oder "Epic - Verborgenes Königreich" erfahren durfte.
8/10