"Godzilla" meets "Transformers", nuff said.
So könnte man "Pacific Rim" beschreiben und präziser ginge es wohl auch kaum. Gut, die Story um gigantische Kampfroboter, die von menschlichen Piloten gelenkt werden und außerirdische Invasoren bekämpfen könnte auch einem japanischen Manga entsprungen sein, jedenfalls merkt man an allen Ecken und Enden, dass die Vorbilder in Form des einen oder anderen Anime grüßen lassen, was beim Design der Monster - Godzilla und Konsorten - beginnt und bei Details wie den Outfits der Figuren endet, rote Fliegen, Tattoos ...
Aber nicht nur das Aussehen, auch die Figuren selbst wirken wie stereotype Abziehbilder, der wagemutige Held des Films, seine Co-Pilotin, die glücklicherweise gleich von Beginn an in ihn verschossen ist, der arrogante Konkurrent (gut, so wirkt die Hauptfigur auch bisweilen, aber wer mehrere hundert Tonnen Stahl lenkt, muss wohl sehr von sich überzeugt sein), der harte Mentor, zwei durchgeknallte Wissenschafter, "Pacific Rim" fährt die gleichen Charaktere auf, die schon andere Filme bieten, übertrumpft diese allerdings mit brachialer Megalomanie, die ihresgleichen sucht. Auch wenn die Story ebenso wie ihre Figuren kaum etwas Neues bietet und daher nur allzu vorhersehrbar ausfällt, so wissen die mächtigen Maschinen und Monster zu überzeugen, die Zerstörungsorgie lässt auch die Endsequenz von "Man of Steel" verblassen und zieht auf der Überholspur an ihr vorbei, Städte werden in beispielloser Manier dem Erdboden gleichgemacht. Die Action, die schon nach kurzer Zeit einsetzt (von Beginn des Films bis zur Sichtung des ersten Monsters vergehen, so glaube ich, keine zehn Sekunden), wird immer mal wieder von ruhigeren Passagen unterbrochen, um die Figuren näher vorzustellen, was aber wie bereits erwähnt angesichts flacher Charaktere eher ins Leere geht, andererseits den Film auch nicht zum völligen Special-Effects-Overkill verkommen lässt, denn davon bietet der Film wie schon im Trailer versprochen immer noch reichlich. Ich muss hier aber auch anmerken, dass die Kämpfe bei aller Choreografie und einigen netten Ideen teils unübersichtlich ausfallen, zu schnell mitunter die Schnitte, auch wenn es die Dynamik natürlich unterstützt.
Von Logiklücken möchte ich bei einem Film wie diesem kaum sprechen, auch wenn mich doch etwas stört, dass manche Waffensysteme beispielsweise erst dann zum Einsatz kommen, wenn es der Dramatik von Nutzen ist und ich bezweifle auch, dass das handelsübliche Frachtschiff auch nur die Beschleunigung aushält, die notwendig ist, einem gigantischen Monster eins überzubraten, von mehreren Schlägen ganz zu schweigen, der Effekt ist letzten Endes aber recht witzig anzusehen.
"Pacific Rim" ist also das erhoffte Popcorn-Effektgewitter, wer Filme wie "Transformers" mag, kommt nicht herum, sich auch diesen Film anzusehen, denn immerhin bietet er definitv sympathischere Darsteller und hinsichtlich der Story etwas mehr Substanz. Und einen höheren Eisengehalt.
PS.: Als alter Gamer möchte ich noch zwei Punkte anmerken. Somit erhoffe ich mir zum Einen, dass sich jemand findet, der der Serie "Mechwarrior" ein ähnlich gutes filmisches Denkmal setzt. Und zum anderen möchte ich die Augen auf die Besetzung lenken, dort findet sich der Name Timothy Gibbs und wem dieser Name nichts sagt, der kann sich vielleicht an das Videospiel "Max Payne 2" erinnern. Gibbs war Max Payne und hätte in meinen Augen auch die optimale Besetzung des Films dargestellt, Wahlberg hin oder her, der Film wäre dadurch nur besser geworden.