iHaveCNit: Pacific Rim (2013)
Da ich mir nächste Woche die Fortsetzung „Pacific Rim: Uprising“ ansehen werde, war es an der Zeit, den Vorgänger einer Zweitsichtung zu unterziehen. So ganz nach dem Award-Hype um Guillermo Del Toro und seine Fantasyromanze „The Shape of Water“ komme ich zu dem Schluss, dass zwar „The Shape of Water“ im Vergleich zu „Pacific Rim“ der bessere Film ist, mir aber „Pacific Rim“ besser gefällt. Das liegt am Konzept und auch an der gesamten Mischung, die uns der Film hier bietet.
Irgendwann tauchen riesige Monster an unterschiedlichen Orten der Erde auf, verwüsten ganze Landstriche und fordern unzählige Menschenleben. In der Verzweiflung produziert die Menschheit hochhausgroße, von Menschen per neuronaler Verbindung gesteuerte Roboter. Die Monster werden Kaiju genannt, die Roboter Jaeger. Einige Jahre später spitzt sich die Lage immer weiter zu, als man durch Wissenschaftler einen Weg finden könnte, das Leck im Pazifischen Ozean zu schließen, aus dem diese Kaijus kommen. Doch auch die Kaijus entwickeln sich weiter, so dass den Menschen nicht viel Zeit bleibt.
Was für eine Mischung uns hier abgeliefert wird. Del Toro scheint hiermit eine großartige Liebeserklärung an das klassische japanische durch Godzilla erschaffene Kaiju-Kino und auch den durch unter anderem Michael Bay inizierten Transformers-Filmen erschaffen haben. Knallbunt, irgendwo im Stil zwischen Trash, Cyber- und auch etwas Steampunk gelegen. Die Action, die sich hier im Film entfaltet, ist mit einer gewissen Ästhetik und einer guten Übersichtlichkeit inszeniert worden und bietet sehr coole und auch ausgedehnte Actionsequenzen, die gut choreographiert sind und sich von den Effekten definitiv sehen lassen können. Da können sich die Transformers-Filme und auch aktuelle Godzilla- bzw. Monster-Actionfilme eine Scheibe von abschneiden. „Pacific Rim“ zeigt auch, wie gut „Power Rangers“ als Film funktionieren könnte. Der geniale Score von Ramin Djawadi rundet diesen knallharten Action- und Effektbombast noch weiter ab. Aber auch über die Effektorgie hinaus gibt es auf der Charakter-Ebene nichts zu meckern. Es werden tolle Konflikte und Hintergrundgeschichten für die Charaktere, egal ob es der von Charlie Hunnam gespielte Raleigh Beckett, die von Rinko Kikuchi gespielte Mako Mori und auch Idris Elbas Stacker Pentecost. Neben der ernsten Komponente gibt es hier auch noch Charlie Day und Burn Gorman als zwei verrückte Wissenschaftler, die zusammen mit Ron Perlmans Hannibal Chau einen mehr spaßigen Aspekt noch hinzufügen, so dass der Film eine gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß bietet. Wie man es dann auch noch über diese neuronale Verbindung schafft, eine gewisse Portion „Inception“ einzubinden, ist total cool. Darüber hinaus wird eine Welt geschaffen und spielend dem Zuschauer näher gebracht, wie diese Welt sich gesellschaftlich durch die Kaiju-Invasion verändert. All das macht für mich „Pacific Rim“ zu einem unglaublich spannenden und unterhaltsamen Fantasy-Actioner.
„Pacific Rim“ - My Second Look – 8/10 Punkte