Nachdem sich im Pazifischen Ozean ein Riss auftut, tretet durch diesen „Breach“ riesige Monster in unsere Dimension. Diesen „Kaiju“ genannten Kreaturen begegnet die Menschheit mit ebenso riesigen Kampfrobotern, die von jeweils zwei Piloten in ihrem Inneren gesteuert werden. Doch ist der Bedrohung hiermit nicht beizukommen, also entwickelt der verbliebene Widerstand einen kühnen Plan, um den Riss ein für alle Mal zu verschließen.
Von Beginn an macht dieser von Guillermo del Toro inszenierte SciFi-Actioner klar, dass er sich nicht sonderlich um Realismus schert. Etwas Prolog, riesige Mechas, ebensolche Monstren. Eine gigantische Bedrohung, also beginnt die Welt zusammenzuarbeiten (LOL, Anm. d. Red.) und der Grundstein für einen zweistündigen Krawalltrip ist gelegt. Erinnert in Grundzügen an "Neon Genesis Evangelion", wie einiges andere auch.
Die Idee mit der neuralen Verbindung zwischen zwei Piloten ist, gelinde gesagt, bescheuert. Es ist offensichtlich, dass mit diesem Gimmick nur weitere Dramapunkte während des Films generiert werden sollen, albern sieht das Synchronballett dazu noch aus.
Nach dem actionreichen Start nimmt sich der Streifen erst einmal eine ganze Weile zurück, weil er sich um seine menschlichen Figuren kümmern will. Kann man in der Ausführlichkeit, die das Ganze einnimmt, eigentlich nur als Fehler bezeichnen. Denn das Personal ist nicht so ausgefeilt und interessant, als dass es diesen Zeitaufwand rechtfertigen würden. Immerhin Mako (Rinko Kikuchi) bekommt etwas Geschichte verpasst, ansonsten gibt es laufende Klischees (die anderen Piloten) oder kernige Kerle, die grimmig schauen müssen und Alphatiergerangel betreiben. Mit diesen Figuren muss man da einiges an Zeit verbringen.
Irgendwann kommt dann tatsächlich mal wieder eine größere Krawallsequenz und hier liefert „Pacific Rim“ ab. Bunt, groß und krachig. Für diese Szenen kann die Leinwand eigentlich nicht groß genug sein. Und mag das schnellstens menschenleere Hongkong verwundern, so sieht das doch einfach gelungen aus. Deswegen schaut man sich das hier an und immerhin funktioniert der Film auf der Effektebene. Unterstützt vom Design, denn sowohl die „Jaeger" genannten Robokolosse, als auch die Kaijus sehen chic aus und vermitteln in ihren Aufeinandertreffen die notwendige Wucht.
Keine Wucht sind die Darsteller. Das Personal bleibt durch die Bank austauschbar, daran ändert auch ein Idris Elba nichts. Charlie Hunnam oder Ron Perlman, keiner bleibt hier lange im Gedächtnis. Die beiden Wissenschaftler bleiben durch die Bank anstrengend und bekommen noch einen völlig überdimensionierten Subplot. Überhaupt ist das Teil, allen Schauwerten zum Trotz, eine Spur zu lang geraten.
Eigentlich ein feiner SciFi-Action-Monster-Streifen. Wenn die ganzen dümmlichen Hintergrundgeräusche nicht wären (plattes Figurendrama, Doppelbesetzung der Jaeger) und man die aufgeblähte Laufzeit eingedampft und mehr auf die Riesenkloppe verlagert hätte. Dennoch eben in seinen Krawallszenen ansprechend und bildgewaltig, den Rest muss man dann eben einfach durchhalten.
Und wann bekomme ich endlich einen "Saber Rider"-Film?