Wenn das Regieduo Friedberg/Seltzer zuschlägt, bleibt meist kein Auge trocken. Aber nicht, weil deren Filme so lustig sind, sondern weil man dem lieben Geld nachweint, welches man für Schund wie "Fantastic Movie" oder "Beilight - Biss zum Abendbrot" ausgegeben hat.
Man will ja nicht gleich eine Lanze für die zwei brechen, doch ganz so unterirdisch ist die Pute im Direktvergleich letztlich nicht ausgefallen.
Die USA in einer sehr düsteren Zukunft: Präsident Snowball ruft bereits zum 75. Mal die "Starving Games" aus, bei denen es unter anderem eine abgebissene Gewürzgurke zu gewinnen gibt. Die junge Kantmiss Evershot (Maiara Walsh) meldet sich freiwillig, um ihre kleine Schwester zu schützen, doch kann sie dem Bäckerjungen Peter trauen, der ebenfalls aus ihrem Distrikt 12 stammt?...
Natürlich fällt beim Titel sogleich ins Auge, dass der Streifen eine Parodie auf "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" sein soll, wobei der Begriff Parodie für Friedberg/Seltzer ohnehin neu definiert werden müsste. Der Grundaufbau ist immerhin deutlich ans Original angelehnt, denn nach wenigen Szenen werden auch Vielseher an die Vorlage mit Jennifer Lawrence erinnert, wobei der herzhafte Biss in ein Scherzbrötchen tatsächlich einen leichten Schmunzler einheimsen kann und die herrlich schrillen Outfits sogar halbwegs gelungen sind.
Bekannt ist das Regieduo allerdings für die plumpen Gags unterhalb der Gürtellinie, wovon es leider auch hier einige zu überstehen gilt. Daneben tummeln sich eine Handvoll Gags auf Kosten Prominenter und es gibt ein paar Querverweise, die zumeist ohne Kontext in die Handlung gestreut werden. So läuft die Crew von Harry Potter durch die Szenerie, Leute vom "Hobbit" verirrt es in eine Höhle, während eines Psychotrips wird "Avatar" eingestreut, die "Avengers" schauen vorbei und auch die "Expendables" tauchen unvermittelt auf, wobei das Imitat von Stallone super getroffen ist, - nur Sinn ergeben solche Aneinanderreihungen eben kaum.
So ist der Streifen auch weniger eine Persiflage, sondern eine trashig nachgeeiferte Kopie, die sich erzählerisch auf die wesentlichen Punkte beschränkt. Effekte wie Feuerbälle gehen noch in Ordnung und auch die Jägerbienen sind okay in Szene gesetzt, doch gerade im Splatterbereich ist eine Körperteilung recht mies inszeniert und auch ein abgetrennter Arm ohne vergossenes Blut sieht eher nach Slapstick der 40er aus. Hinzu gesellt sich gnadenloses Overacting sämtlicher Beteiligter, eine aufs Grobe begrenzte Ausstattung und ein auffallend zurückhaltender Score, von dem rein gar nichts hängen bleibt.
Subtilität sucht man bei Friedberg/Seltzer also nach wie vor vergebens, es sei denn, die Szene mit der Steckdose in einer Höhle oder eine kurze Anspielung auf "Angry Birds" wird als feinsinnig empfunden.
Wie gewohnt grobschlächtig hauen die beiden einen platten Gag nach dem anderen heraus, nur dass man sich hier deutlicher auf so etwas wie eine Erzählung konzentriert und ein flottes Tempo vorlegt, während Einspieler wie für einen Bypass-Burger immerhin für leichte Schmunzler sorgen.
Die allgemeine Ideenlosigkeit des Regieduos scheint sich auch in der Laufzeit wiederzuspiegeln, denn nach 71 Minuten geht der Stoff bereits zu den Outtakes über und nach knapp 83 Minuten ist alles überstanden.
Humor ist, wenn man trotzdem lacht und bei dem ganzen Blödsinn ist dieses sogar an drei, vier Stellen möglich, sofern man seinen Verstand mit viel Bier übergießt und Baron Münchhausen einen ehrlichen Mann sein lässt.
4 von 10