Inhalt:
1979, im U.S.-amerikanischen Bundesstaat Arizona. Der chinesische KungFu-Fighter Shao Chong (Billy Chong) wurde von seinem Vater in die U.S.A. geschickt, eher "verbannt", da er in Ungnade fiel.
Shao Chong ist auf seinem Weg durch die Halbwüste von Arizona, um in einem entlegenen Ort seinen Kumpel Ah Kum (Lam Hak-Ming) aufzusuchen, der in der Kneipe "Joe´s Bar" arbeitet.
Die beiden Männer begegnen sich, und auch Shao Chong findet Arbeit in dieser etwas heruntergekommenen Gastwirtschaft.
Der Ort wir indes von Gangstern terrorisiert, die Geschäftsleute werden von dieser Bande erpresst.
Es kommt zu Kämpfen, und Shao Chong beweist sich als herausragender Fighter mit einem exzellenten KungFu.
Derweil suchen 3 skrupellose Bankräuber einen Unterschlupf. Sie wählen dazu das abgelegene Haus einer schwarzen Farmer-Familie aus.
Diese wird nunmehr von diesen 3 Banditen -Ma (Ma Chung-Tak), Jackson (Joseph Jennings) sowie ihr brutaler Anführer Jimmy (Louis Neglia)- überfallen, und alle bis auf den ältesten Sohn der Familie, getötet!
Diesem, Tommy (Carl Scott), gelingt schwer verletzt die Flucht.
Tommy wird von Shao Chong und Ah Kum gefunden, und zu einem fähigen Arzt, Doktor Ko (Leung Siu-Chung) gebracht. Dieser kann Tommy medizinisch helfen und wieder auf die Beine bringen.
Und nicht nur das. Ko ist ein wahrer Meister des KungFu. Und er lehrt in einem Schnell-Kurs-Training Tommy diese chinesische Kampfkunst. Tommy wird tatsächlich innerhalb kurzer Zeit zu einer KungFu-Kampfmaschine!
Tommy macht sich auf den Weg, seine Familie blutig zu rächen.
Und auch Shao Chong muss sich beweisen.
Die Gangster haben eine Gruppe japanischer Kenjutsu-Fighter rekrutiert, um Shao Chong auszuschalten.
Tommy nimmt sich einen Mörder seiner Familie nach dem anderen vor.
Shao Chong und der Boss der Gangster, Hau (Hau Chiu-Sing) stehen sich ebenso in einem Zweikampf gegenüber, wie Tommy und Jimmy.
Ein gnadenloser Kampf steht an, KungFu-Duelle auf Leben oder Tod!
Kritik:
"Sun Dragon" ist ein etwas ungewöhnlicher Eastern, da er von Top-Regisseur Hua Shan weitestgehend in den U.S.A. gedreht wurde, im Halbwüsten-Staat Arizona.
Das gibt diesem Streifen einen ganz anderen, speziellen Look, und eine besondere Atmosphäre. Manche Kritiker sprachen von einem "Western-Look", na ja, bis auf eine Reitszene und einige Arizona-Schlucht-Hintergründe, erinnert hier eigentlich nichts an einen Western, was auch ganz gut so ist.
Dass die Amis noch 1979, langhaarig und im Gammel-Bluejeans-Look steckten -im Gegensatz zur zu diesem Zeitpunkt aufkommenden "Haare hinten bitte kurz"-Schickimicki-Kultur in Westeuropa, wo ja die Bluejeans als Synonym für asozialen Proll-Look aus der Mode verschwand-, kann man hier in diesem Film ersehen, ganz interessant.
Zum Glück aber ist der Stab rein chinesisch, die Studios von "The Eternal Film Co." in Hongkong zeichneten für diese Produktion verantwortlich.
Und im Gegensatz zu den Amis wissen ja diese Produzenten, wie ein Eastern gestaltet sein muss.
Bis auf die Drehorte und einige Darsteller, ist das somit denn doch ein "echter" Hongkong-Eastern, kostengünstig, einfach, routiniert in Szene gesetzt und vor allem... mit knallharter, klasse KungFu-Fightaction "dass es kracht" versehen!
Hua Shan -deutschen Easternfans wohl am ehesten durch den Shaw Brothers-Hit "Ti Lung - Das blutige Schwert der Rache" (siehe mein Review auf dieser Webseite) bekannt- drehte einen in seiner Handlung einfachen, typischen Rache-Eastern, routiniert, strickt und handwerklich sauber, als reinen, eisenharten Actioner.
Da ist die Story nur Mittel zum Zweck, simpel und leicht zu verfolgen, als Aufhänger und Verbindung für die zahlreichen, rassig-intensiven KungFu-Fights, die natürlich das zentrale Element dieses nur unterhalten wollenden MA-Actionfilms sind.
Dennoch, der Plot ist dadurch, dass er zweigeteilt ist, auch wiederum leicht speziell:
Da ist der chinesische Held, der gegen Gangster fightet, und der farbige, also afro-amerikanische, Fighter -zu den er im Ratzfatz-Verfahren durch einen chinesischen Sifu gemacht wird-, der seine ermordete Familie rächen will.
Zwei Stränge wenn man so will, die Hua Shan denn leicht miteinander zu verbinden versteht, und die dann hochintensive, dynamisch-knallharte KungFu-Fightaction rockt diesen Eastern gekonnt ins Ziel.
Einfach, routiniert-übersichtlich, Eastern-Action-Unterhaltung ohne großen Aufwand, schön Hua Shan.
Billy Chong, der Super-Fighter aus Indonesien, ein klasse KungFu-Kampfkünstler, gutaussehend-attraktiv und der Frauenschwarm im Eastern-Business.
Er ist auch hier wieder der lässig-coole Held, stets in weiß gekleidet, was schon mal ´hell & freundlich´ rüberkommt. Natürlich ist er der Mann der Gerechtigkeit, und seine KungFu-Technik, sein überaus eleganter Kampf-Stil, ist unbestritten.
Seine Figur geht natürlich keinem Fight aus dem Weg..., und für die Villains gibt´s "Saures", ist ja klar.
SO wollen die Easternfans ´ihren´ Billy sehen.
Sein Partner -gleichwohl die Story die beiden erst so zur Mitte hin richtig zusammenführt- ist der U.S.-Darsteller Carl Scott, ebenso ein klasse KungFu-Fighter.
Schon in "Die Depesche des Todes" ("Kung Fu Executioner" - siehe mein Review auf dieser Webseite) arbeiteten Chong und Scott kongenial zusammen, was einen guten Eastern ergab.
Scott spielt solide und mimisch soweit überzeugend.
Was aber auffällt: Ich habe wohl noch nie einen so starken, hochtalentierten NICHT-asiatischen KungFu-Fighter gesehen, wie Carl Scott in dieser Produktion hier.
Er fightet wie ein chinesischer Eastern-Star, ganz typisch, ganz stark, heidewitzka!
Entsprechend der beiden Plot-Stränge sind auch die Villains hier in zwei Gruppen gegliedert.
Eine Bande mit 3 sehr unterschiedlichen Typen, die die schwarze Farmer-Familie auslöschen -bis auf die Figur von Carl Scott-, und eine Gruppe von etlichen, eher anonymisierten Gangstern mit einem chinesischen Boss, der erst ziemlich spät in Erscheinung tritt.
Ma Chung-Tak der ungestüm-hitzige Typus der 3. Joseph Jennings der unterkühlt-schweigsame und Eiskalte innerhalb dieses Trios.
Und Louis Neglia, der Haupt-Villain, speckig-lange Haare, Gammel-Jeans und mit Narbe im "Gesicht", aber ein dafür überraschend starker KungFu-Fighter der im eisenharten End-Duell Scott alles abverlangt.
Sie bleiben aber alle grob-oberflächlich gezeichnet so wie der chinesische Ober-Villain der Gangster, mit denen es Billy Chong zu tun hat, Hau Chiu-Sing. Der kommt spät zum Zug, fast nur für das Duell mit Billy.
Interessant ist, dass der Fight-Instructor dieses Eastern zugleich den Sifu für Carl Scott darstellt: Leung Siu-Chung. Da ist alles in einer und der richtigen Hand, zumal Leung Siu-Chung knallhart-intensive KungFu-Fights dirigierte, mit schönen, klassischen Techniken.
Das bringt mich abschließend zur KungFu-Action in diesem Eastern.
Ich deutete es bereits mehr als an: Viele Fights, klasse KungFu, schöne, klassische Techniken, dargebracht von Kampfkünstlern und Könnern, untermalt mit einem dynamisch-brachialen Dubbing (Geräuschkulisse).
Und es sind knallharte, hochintensive KungFu-Fights, vor allem Billy Chong in seinen "1vs.5+"-Kämpfen, wo er seinen eleganten Kampf-Stil zeigen kann.
Auch Carl Scott fightet super..., und alles mündet in der letzten halben Stunde wo nur noch gefightet wird, in KungFu-Action-Total und diese eisenhart-brutalen Duelle auf Leben oder Tod.
"Sun Dragon", ein knallharter KungFu-Actioner und reiner Unterhaltungsfilm für die eingefleischten Easternfans.
7,5/10.