Inhalt:
Wang Qinqin (Lau Kar Fei aka Gordon Liu) ist der 11. Prinz des Kaiserhauses, und will mit dem Machtkampf um die Thronfolge nichts zu tun haben. Er frönt lieber seinen Leidenschaften, Kunstfreund zu sein, und Antiquitäten zu sammeln.
Aus diesem Grund befindet sich Wang inkognito in der Provinz Guangdong. Hier liefert er sich in den Freudenhäusern das eine oder andere Scharmützel mit "Dirty" He Zhen (Wong Yue) um die Gunst der Dirnen, zu denen auch die schöne Cuihong ("Kara" Hui Ying Hung) gehört.
Wang findet Gefallen an He, der in Manier Robin Hoods den Armen gibt. Als sich He bei einem Kampf eine infektiöse Kopfverletzung zuzieht, und nur Wang ihm bei der Heilung helfen kann, nimmt dieser ihn unter seine Fittiche...
Der 4. Prinz (Wang Wei) des kaiserlichen Hauses trachtet indes Wang nach dem Leben, und lässt durch seinen General Liang Jincheng (Lo Lieh) geschickt getarnte Kämpfer aussenden, Wang zu töten....
Doch sowohl Fan (Johnny Wang Lung Wei), als Weinhändler getarnt, als auch Zhu (Wilson Tong), der sich als Antiquitäten-Händler ausgibt, scheitern...
Als Liang Jincheng 5.000 Tael auf Wang aussetzt, wird es für Wang, der beim Kampf gegen Zhu am Bein verletzt wurde und dadurch kampftechnisch gehandicapt ist, brenzlig.
Er bring He die Kunst des KungFu in einem nuancenreichen Training bei, und beide sehen ihre einzige Chance darin, den kaiserlichen Palast zu erreichen, und General Liang und dessen Schergen zum Kampf zu stellen......
Fazit:
Ziemlich gut! Der Streifen "Dirty Ho", eine subtile Eastern-Komödie der Shaw Brothers unter der Regie von Lau Kar Leung, überzeugte mich trotz 2 kleiner Mankos und war für mich ein sehr unterhaltsamer Film.
Neben dem in diesem Eastern äußerst luxuriösen Set-Design der Shaw Brothers, gefielen mir die darstellerischen Leistungen Lau Kar Feis und Wong Yues, sowie die von Lau Kar Leung gewohnt tempo- wie trickreich und sorgfältig choreographierten Fights.
Dies sind KungFu-Kämpfe auf hohem Niveau und diese werden mit dem Verlauf des Films immer gedehnter und heftiger, auch wenn diese Fights wenig blutig sind, das war schon kerniges KungFu.
Auch die Trainings-Sequenzen sind in diesem komödialen Eastern überaus gelungen, hier bringt Lau Kar Fei, durch Verletzung gehandicapt, Wong Yue in einem äußerst originell gehaltenen Training mit brennenden Kerzen eine präzise und athletische Beintechnik bei, schon ziemlich beeindruckend.
Der Spannungsaufbau dieses Streifens ist subtil, dies ist aber auch anfangs eines der Mankos des Films Lau Kar Leungs. Man fragt sich lange Zeit, was soll das jetzt alles? Diese Scharmützel um die Gunst der Damen vom ältesten aller Gewerbe.
Dass Lau Kar Fei eigentlich ein Prinz ist, und nicht vornehmlich ein Kunstliebhaber, das kristallisiert sich erst im Verlaufe der Handlung heraus, und um was es eigentlich geht..., doch ist alles von Lau Kar Fei und Wong Yue gut dargestellt. Erfrischend ist, dass beide Protagonisten in diesem komödial gehaltenen Streifen auf die für chinesische Commedy-Streifen üblichen Clownereien und Grimmassierungen verzichten, auch Wong Yue hält sich da zum Glück zurück.
Eine Sequenz fiel hier aber ziemlich ab: In ihrem Domizil sind Lau und Wong ja nun Ziel von Anschlägen diverser Typen, die sich die 5.000 Tael sichern wollen. Der Auftritt der "Seven Bitters"-Gang, offenbar teilweise homosexuelle und geistig umnachtete Typen, war hier ziemlich obskur und nahm dem Streifen in dieser Phase des Films an Tempo. Es bleibt Lau Kar Leungs Geheimnis, was dieser Auftritt sollte....
Doch den Gesamt-Eindruck des Streifens soll dies nicht hemmen. Wang Wei ist der 4. Prinz, und Lo Lieh ist dessen Scherge..., und sie wollen Lau Kar Fei aus dem Weg räumen..., und Lo Lieh entsendet Kämpfer, die diese Aufgabe diskret, und daher getarnt, lösen sollen.
Und das bringt 2 Darsteller ins Spiel, die für starke Auftritte bekannt sind: Johnny Wang Lung Wei und Wilson Tong ("The Foot-Doctor").
Ihre Duelle mit Lau Kar Fei sind schon gelungene Schmankerl in dieser Eastern-Komödie, die Kämpfe entwickeln sich hierbei langsam, erst so nach und nach treten die wahren Absichten der Attentäter -die als Wein- und Kunstliebhaber getarnt sind- zutage.
Da werden Klingen klammheimlich gezückt, und eine dieser Klingen ist (ein- und ausfahrbar) in die Schuhsohle Wilson Tongs integriert, fast wie ein Schlittschuh.
Letztendlich erkennt Lau Kar Fei, dass er nur mit Hilfe des von ihm in KungFu ausgebildeten Wong Yue eine Chance hat, und dies auch nur präventiv indem er selbst den Show-Down mit seinem Gegner Lo Lieh sucht.
So machen sich beide zum kaiserlichen Palast auf, Wong schiebt dabei den verletzten Lau im Rollstuhl vor sich her, und in einer windumtosten Ruine kommt es zu einem der besten Fights des Films: Der "Mongolian guard" der sich die 5.000 Tael verdienen will, muss erst noch ausgeschaltet werden, und Wong und Lau agieren hier kongenial und der Kampf wird durch den Einsatz des Rollstuhls natürlich noch origenell ausgeschmückt. Wong Yue glänzt hier noch mit einem gekonnten Spagat-Tritt!
So mündet all dies in den gelungenen Show-Down im kaiserlichen Palast gegen den in letztendlich nur in wenigen Szenen zu sehenden Lo Lieh und dessen Helfer.
"Dirty Ho", eine unterhaltsame Eastern-Komödie ala Shaw Brothers des leider jüngst verstorbenen Lau Kar Leung.