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U Can‘t Touch This!

Das irische Horrordrama „Dark Touch“ kann man als düstere Mischung aus „Carrie“, „Orphan“ und „Kinder des Zorns“ beschreiben und er taugt am ehesten als radikaler Kommentar zur (modernen) Erziehung bzw. dem Schlagen und Misshandeln von Kindern. Eindeutig, wichtig, schockierend in der Realität verhaftet, trotz allerlei übernatürlicher Töne. Das macht er solide - doch außer dem eindeutigen, nahe gehenden Thema, gibt es rein gar nichts Neues oder Bleibendes auf der Leinwand. Es geht um ein junges Mädchen, das adoptiert wird, nachdem ihre leiblichen Eltern, die sie böse schlugen und alles andere als liebevoll behandelten, auf mysteriöse Weise von einer scheinbar übermächtigen Macht durch umherrückende Möbel usw. platt gemacht wurden. Hat die kleine Niamh etwa telekinetische Fähigkeiten, die sie nutzt, wenn ihr jemand weh tun will?!

Man muss keine Kinder haben, um sehr empfindlich zu sein, wenn es um Gewalt an ihnen geht. „Dark Touch“ nutzt diese tiefliegende Angst, das Mitgefühl, unser Unwohlsein und die klare Stellung von fast jedem Erwachsenen zu diesem Tabuthema clever. Dass hier derart viele Erwachsene gewalttätig werden und man nie auch nur ansatzweise aus der Ecke der Kinder kommt, ist zwar völlig überzogen und einseitig, aber verständlich. Fast gönnt man diesen Kinderschändern und Monstermamis den schmerzhaften Tod. Und der kommt hier meist wirklich spektakulär und blutig. Es gibt einige schicke Bilder, das Thema geht einem wie gesagt automatisch nah und die Kinderschauspieler machen ihre Sache gut, nerven kaum und wechseln gefährlich schnell von verstört zu angriffslustig und rachsüchtig. Neues oder noch nie Gesehenes sollte man nicht erwarten, bei der Auflösung oder allgemein der Welt wurde geschlampt, Realismus und Logik haben einen Tag Pause und künstlerisch anspruchsvoll versucht man nur zu sein, ohne es je zu erreichen - doch der Aufhänger bleibt und bestimmt.

Fazit: das Thema ist wichtig, heftig und wahrer Horror. Die Umsetzung ist zwar stellenweise gnadenlos und blutig, zudem von einigen soliden Kinderdarstellern getragen, doch insgesamt eher mittelmäßig und belanglos. Das Thema „Gewalt an Kindern“ hätte einen noch wesentlich schockierenderen Film verdient gehabt. Nicht versiert, nicht feinfühlig, nicht eindringlich. 

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