Review

Eher frucht- als furchtloses Familiengrab


Ein vollkommen fehlgeleiteter „Blockbuster“. „After Earth“ ist blasser Sci-Fi-Schmu zwischen „Jupiter Ascending“ und „Battlefield: Earth“ (nur ohne deren Stellen zum Lachen), für den sich mittlerweile nahezu jeder der Beteiligten entschuldigt hat. Zurecht. Denn diese missglückte Vater-Sohn-Survivalstory hat mal gar nichts mehr von der Kraft des frühen Shyamalans. Oder der Smith-Familie. Ganz im Gegenteil. Alles an diesem Murks wirkt wie ein Abziehbild seiner Stars, vor wie hinter der Kamera. Fast wie eine Version eines Hits - allerdings aus einer Parallelwelt, in der aus solide satt suboptimal wurde. Und das ist noch nett ausgedrückt. In der immerhin hier und da mal chic aussehenden 130-Mio.-Produktion crashlandet ein ängstlicher Zögling einer militärischen Legende in der fernen Zukunft auf einer lebensfeindlichen und menschenleeren Erde...

Zum Zeitpunkt von „After Earth“ befand sich M. Night Shyamalan wahrscheinlich in seiner (beruflich) dunkelsten Zeit. Die schändliche „Avatar“-Verfilmung war an allen Fronten zerrissen worden, der Hype um seine Person war längst umgekehrt, sein Name eher Abschreckung als Lockmittel. Und dennoch gab man ohne zu zögern diesem mehr als verunsicherten Ex-Magier eine fette Blockbustersumme auf die Hand. Um ein Vanityprojekt von und mit Will Smith zu inszenieren, dass eigentlich nur zwei mehr als fragwürdige Aspekte ernsthaft verfolgt: unterschwellig eine Scientology-Philosophie unters Volk zu bringen, ordentlich die Werbetrommel für den groß aufgezogenen Kult zu rühren. Und eben um dem schmidt'schen Sohn Jaden ein Sprungbrett zu liefern. Blöd nur, dass Ersteres absolut unangenehmer Bullshit ist und der Mini-Smith nicht mal einen Bruchteil des Talents und des Charmes seines Daddies besitzt. Zwei Kardinalfehler also direkt mal in Stein gemeißelt und den Film „tragend“. Autsch. Dazu kommen dann noch mangelhafte Actionsequenzen, meist ärgerlich verschwommene CGI-Kreaturen, dumme Dialoge, kaum Spannung, massive Längen und Wiederholungen, ein unnötig-kitschiges Ende, null Überraschungen. Und fertig ist eine teure Nullnummer zum In-den-Wind-schießen. Einschläfernd. 

Fazit: ohne Frage einer der schwächsten Hollywoodfilme von Shyamalan und des kompletten vergangenen Jahrzehnts. Peinlich. Schmerzhaft. Seltsam. Und Jaden Smith ist das i-Tüpfelchen auf einer massiv schimmeligen Torte. Nicht mal lächerlich. Eher einfach lahm und mies. Und auch noch spürbar von Scientology unterlaufen, finanziert, unterstützt. Pfui. Filme, die die Welt nicht braucht. 

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