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In Kick Ass 2 dreht es sich vor allem um Hit Girl, die, so will es ihr Ziehvater, sich mit dem normalen Leben eines Teenagers anfreunden muss, Cliquen und Beliebtheit inklusive, während der Titelheld Kick-Ass sich darum keine Sorgen machen muss, ist er doch erklärter Erzfeind Numero Uno des Motherfuckers, der zwar über jede Menge Kohle, jedoch kaum Skrupel verfügt und alles tut, um der nächste, erste Superschurke zu werden.


Soweit zur Story. Der Rest des Films dreht sich um Gesellschaftskritik, die Helden und Anti-Helden nutzen Medien wie Twitter und Facebook und lernen dabei auch die Schattenseiten der immerzu vernetzten Welt kennen und wie viel jeder einzelne Mensch leisten kann, auch ohne ein Held zu sein.
Ha, ja, aber nur am Rande, denn wie schon der Vorgänger wird auch in der aktuellen Verfilmung des Comics nicht an Brutalität, kultverdächtigen Onelinern ("Lieber lasse ich mich foltern, als Justin Bieber zu hören"), Flüchen und Witzen unter der Gürtellinie gespart, der Film ist also nichts für Zartbesaitete und verdient seine 18er-Freigabe zu recht. Darüberhinaus verfügen die Kampfszenen wie schon zuvor über einen ordentlichen Punch, schon die erste kleine Auseinandersetzung wird mit mehr Wucht inszeniert als alle ach so epischen Kämpfe in den Filmen der üblichen Verdächtigen rund um Thor, Iron Man und Co. Vergleiche ich den Film also mit dem ersten Teil fehlt mir trotz allem die Wucht der stylisch in Szene gesetzten Kampfsequenzen, der zweite Teil bietet, leider auch im Finale, weniger Stellen, die einem nach dem Film im Gedächtnis bleiben, was meines Erachtens nicht nur an einem Bossfight liegt, dem die Luft ausgegangen zu sein scheint, sondern auch an der nur zu klischeehaften musikalischen Untermalung, die mir im ersten Teil noch nicht so aufgefallen wäre.

Wie dem auch sei, so bin ich dennoch froh, dass es noch Verfilmungen von Comics in das Kino schaffen, die nicht zugunsten eines höheren Einspielergebnisses der Selbstzensur zum Opfer fielen. Brachial, derb, überzeichnet und auf seltsame Art und Weise auch irgendwie realistisch, dieser Stil wird mit Kick-Ass 2 fortgesetzt und ich hoffe, dass ihm der Erfolg vergönnt ist, der uns auch einen dritten Teil beschert.
Solch völlig überdrehte Machwerke kommen in der Filmlandschaft viel zu selten vor.

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