Review

kurz angerissen*

erstmals veröffentlicht: 05.01.2014

Der Anarcho-Faktor leidet schon enorm im Sequel und damit auch das Überraschungs- und Kultpotenzial: "Kick-Ass 2" mildert viele grenzwertige Momente des Vorgängers durch reine Wiederholung und einen insgesamt viel weicheren, nachdenklicheren Ton ab, zumal auch gerade Nicolas Cage den wesentlich schrilleren Vogel zum Besten gab als Jim Carrey, der sich geradewegs unwohl zu fühlen scheint in seiner Rolle.

Weil eben wohl viele Fans des 1. Teils auf den Wow-Faktor fixiert sind (der eine Zweitsichtung von "Kick-Ass" allerdings auch gleich viel nüchterner wirken lässt), kann das dazu führen, dass die Fortsetzung unter Wert eingeschätzt wird. Denn "Kick-Ass 2" verfügt über mehr Tiefe bei der Charakterzeichnung. Insbesondere um Hit Girl bemüht sich das Skript mit Liebe und Sorgfalt und spendiert ihr eine glaubwürdige Sinnkrise, die man womöglich als Parabel auf Kinderstars interpretieren kann, die aufgrund ihres Stattfindens in der Öffentlichkeit nie eine eigene Kindheit genießen konnten - zumindest, bis der Konflikt auf eine ziemlich eigene Art gelöst wird. Christopher Mintz-Plasse funktioniert auf der Gegnerseite nach dem gleichen Modell, nur dass es ihn eben auf die "böse" Seite verschlagen hat.

Überhaupt, die Integration des "Bösen" und "Guten", dieser comic-typischen Kategorisierungen, in das reale Leben ist das Sahnestück dieses Films, der das Superheldendasein mehr denn je als idealistische Spinnerei herauskehrt. Um so bescheuerter wirken auch all die Masken, Kostüme und das Streifen durch die Großstadt, deren Bürger ihrerseits wiederum dermaßen medial beeinflusst sind, dass sie mit den selbsterklärten Superhelden durchaus interagieren, ihnen zujubeln, weil sie auf Filme wie "Spider-Man" stehen, oder sie zu überrumpeln versuchen, weil sie YouTube-Stars werden wollen.

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