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Mattes, Hannah, Tommy und Emily Wiebeck sind eine typische Durchschnittsfamilie -tägliche Meinungsverschiedenheiten inklusive. Nach einem heftigen Streit mit ihren Eltern droht die 14-jährige Tochter von zu Hause auszureißen, um endlich ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Um sie zur Rückkehr zu bewegen, schlägt Papa Mattes ihr ein außergewöhnliches Experiment vor: Einen Monat lang übernehmen Emily und Tommy das Kommando in der Familie und verwalten die Haushaltskasse.

Irgendwie komme ich mit den deutschen Familienkomödien nicht klar, auch wenn ich es immer mal wieder versuche. Ich mag einfach den seichten Humor und die allemannischen Charakterzeichnungen nicht wirklich gerne. Das geht schon bei unserer heutigen Familie los, die, wenn ich selbst solch eine Blage am Hals hätte, vor 20 Jahren zum Zigarettenholen verlassen hätte, um mich unsichtbar im Ausland nieder zu lassen.
Finanziell ist die Sippe nicht gerade auf Rosen gebettet. Vater ist ein Griesgram der sich trotz Ruhestand weigert dem Sohn die gemeinsame Praxis zu übertragen, der Sohn ist verweichlicht aber die Krone schießt die 14-jährige Tochter ab, die mir schon nach 10 Minuten den Film vergrätzt hat. Diese pubertäre Zippe ist selbstsüchtig bis zum geht nicht mehr, klaut im Laden Strings und auch sonst ist die Welt ungerecht zu ihr. Mal ehrlich, der Zicke soll ich sympathisch gegenüberstehen? Als Krone droht sie dann sogar damit von zu Hause auszureißen, aber anstatt ihr den Hintern zu versohlen oder das Taschentuch zu zücken und mit einer Freudenträne im Auge hinterherwinken, kommt Daddy auf die schräge Idee für 30 Tage die Rollen zu tauschen, antiautoritäre Erziehung nennt man das wohl.
Jetzt gibts also zwei Kiddies die die Regeln aufstellen und die Haushaltskasse verwalten, was folgerichtig natürlich in Parties, Playstation und andere Katastrophen mündet. Logisch das sich am Ende alle lieb haben, wieder brav sind und der Familiensegen steigt ins unermeßliche. Gut, von einem Happy End war von vornherein auszugehen, aber wenigstens der Humor hätte etwas frecher ausfallen dürfen. Überein oder zwei Situationen kann man mal grinsen, aber das wars auch schon. Alles ist vorhersehbar und seicht wie eine Feldwegspfütze, eben die typische Easy-listening-Familiensoße.
4/10

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