Krieg ist (k)ein Kinderspielplatz
„Verbotene Spiele“ erzählt erstaunlich brutal, desillusionierend und traurig von (französischen) Kindern im (Zweiten Welt-)Krieg. Vor allem von der kleinen Paulette aus Paris, die mit ihren Eltern und ihrem Hund schon aufs Land geflüchtet war. Doch als ihre komplette Familie bei einem Luftangriff auf einer Brücke ermordet wird, irrt die Kleine (mit der Leiche ihres Hundes im Arm!) durch die französische Provinz und landet bei einem etwas älteren Jungen und dessen Familie auf einem Bauernhof, ohne die Lage und den Verlust je richtig zu verarbeiten…
Unschuld stirbt ab
Ich hätte ehrlich gesagt nicht ein solch emotionales und bitteres Brett bei „Forbidden Games“ erwartet… aber allein die Anfangsszene auf der Brücke und das hilflose Umherirren der Kleinen mit ihrer Hundeleiche im Arm hat mir die Schuhe ausgezogen, den Teppich unter den Füssen weggezogen und mich kalt erwischt. Alles drei gleichzeitig. Doch auch das Ende geht einem unheimlich nah und verfolgt mich sicher noch länger. Da muss ich in die ganz obere Schublade an Kriegsfilmen mit/über Kinder greifen, wie etwa „Come & See“ oder „Die Brücke“. Das kann niemanden kalt lassen. Da sollten genug Taschentücher auf der Couch deponiert werden. Doch auch zwischen dieser schockierenden Klammer packt „Verbotene Spiele“ eine Menge Beeindruckendes und Berührendes in seine überschaubare und perfekt genutzte Laufzeit. Die Kinder spielen mehr als glaubhaft und süß, ihre Sichtweisen auf Leben, Tod, Liebe, Religion und Krieg sind beispiellos und sagenhaft, alles ist durchzogen von langsam verblassender Unschuld, Naivität, Reinheit und Kindlichkeit. Ein leicht poetischer genauso wie rigoroser und brutaler, schonungsloser Ausflug aufs Land. Und in eine explodierte Kinderseele. Ein Herzfilm, den man kaum aus den Knochen bekommt. Gespenstig.
Fazit: einer der traurigsten und kindlich-naivsten, dennoch niederschmetterndsten Kriegsfilme aller Zeiten. Mit Kinderperformances für die Ewigkeit. Das berührt jeden!