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In den Sechzigern waren die Sowjets ziemlich heiß auf die Erkundung der Venus: 1961 startete ihre erste Raumsonde, 1962 erschien vorliegender Streifen, doch erst 1970 gelang es der Sonde Venera-7, auf der Venus zu landen und dabei eine Temperatur von rund 475 Grad Celsius zu erfassen. Insofern ist der Film früh genug produziert worden, denn selbstverständlich latschen die Kosmonauten relativ sorglos auf der Oberfläche herum.

Die drei Raumschiffe Sirius, Vega und Cappella sollen die Venus erforschen, doch eines wird von Meteoriten getroffen, während das zweite irgendwo notlandet. So müssen die drei Leute des letzen Raumschiffes nicht nur die Vermissten suchen, sondern sich gegen allerlei unerwartetes Leben zur Wehr setzen...

Glücklicherweise gibt sich der Stoff nicht allzu politisch, auch wenn die Rollenverteilung eindeutig ist, indem die einzige Frau während der Mission im Raumschiff Wache halten und Kontakt mit der Erde wahren soll. Leider fallen die Figurenzeichnungen sehr dürftig aus, ein eindeutiger Sympathieträger ist nicht auszumachen und auch darstellerisch wird recht hölzern zu Werke gegangen.

Während die Ausstattung der Raumschiffe eher notdürftig ausfällt, können sich die Kulissen der Venus einigermaßen sehen lassen. Es gibt viele Gesteinslandschaften, etwas Meer, eine Höhle und einigen Nebel. Nach Betreten der Venus dauert es auch nicht lange, bis Tentakeln nach dem ersten Raumfahrer greifen, - da ist es von Vorteil, dass Roboter John für seine Verhältnisse recht progressiv ausgestattet ist und im Verlauf in so manch prekärer Situation einspringen kann, was final gar ein wenig an den berühmten, ähnlich gelagerten Stoff von Kubrick erinnert.

Dazwischen sind Konfrontationen mit fremden Lebensformen jedoch eher selten. Mal taucht ein Pterodactylus auf, ein Leguan verharrt auf einem Stein und ein unbeweglicher Dino ist in einiger Entfernung zu sehen. Leidlich spannend wird die Sache jedoch erst, als ein Vulkan Lava spuckt und die Truppe zu umkreisen droht, während der Gleiter, welcher wie ein kleines Auto ohne Reifen recht dicht über die Oberfläche schwebt, zu den visuellen Highlights gezählt werden darf und final einen Wettlauf gegen die Zeit antritt.

Ansonsten herrscht ein deutlicher Mangel an Höhepunkten, wobei die philosophischen Ansätze über Fragen nach höheren Lebensformen noch halbwegs interessant zu verfolgen sind und das entsprechende Ende sogar halbwegs überraschen kann. Jedoch reißen die rund 72 Minuten nie so recht mit, da es eben bis auf wenige Szenen im letzten Drittel zu keiner Zeit spannend wird. Eher punktet "Planet der Stürme" mit seiner charmant-naiven Atmosphäre, was Science-Fiction-Fans und Liebhaber von B-Movies dazu verleiten könnte, sich den Schinken einmal anzutun. Trotz Bildern in Farbe und einer schön-schrägen Musikausstattung dürfte er beim Mainstream Publikum hingegen einen schweren Stand haben.
5 von 10

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