kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 08.07.2014
War doch eigentlich klar: Wenn Jim Jarmusch einen Vampirfilm macht, ist das immer noch ein Jim-Jarmusch-Film. Die Figuren treiben durch ihren Alltag – wie immer. Sie verschmelzen mit der Stadt, durch die sie geistern – wie immer. Sie finden poetische Worte für das Gewöhnliche – wie immer.
Der Regisseur nutzt diesmal die Gelegenheit, die klassische Unsterblichkeitsprämisse für die Nostalgie einzusetzen, Nostalgie für die Kunst und das menschliche Vermächtnis, hier insbesondere für die Musik, die richtiggehend zelebriert wird, wenn hunderte Jahre alte Gitarren von den Vampiren durch reines Abtasten mühelos erkannt und perfekt beschrieben werden. Und wie reizvoll ist es anschließend, in den kalten, leeren Vampirgesichtern die Euphorie, wenn nicht gar Liebe für das Alte und Handgemachte zu entdecken. Ein Film mit hervorragender Ausstattung und ebensolchen Sets und Darstellern, so greif- und erlebbar wie altes Vinyl - ein leidenschaftlicher Protestakt gegen das Digitalisierungszeitalter.
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