Review

Handlung:
Adam lebt abgeschottet in Detroit und widmet sich vor allem seiner Underground-Musik. Nur durch Ian und einen Arzt hat er wirklich mal Kontakt zur Aussenwelt. Eve lebt in Tanger und ist vor allem sehr an Kultur und Literatur interessiert. Beide sind Vampire und seit Ewigkeiten verheiratet.
Während Eve sehr gut mit der modernen Welt zurecht kommt, fällt das Adam zunehmend schwerer. In einer besonders schwermütigen Phase kommt Eve ihn besuchen.
Doch die traute Zweisamkeit nimmt bald ein jähes Ende, als Eves kleine Schwester Ava, ebenfalls ein Vampir, auftaucht.

Meinung:
Only Lovers left alive ist ein Jarmusch, wie er im Buche steht: sogartige Musik abseits des Mainstreams spielt eine große Rolle (und unterlegt den Film wunderbar). Die Charaktere sind verschrobene "Aussenseiter". Wie Jarmusch Tanger und vor allem das nächtliche Detroit einfängt hat eine sehr poetische Schönheit, selbst wenn im Falle Detroits natürlich eine quasi "gebeutelte Stadt" das Motiv ist (was übrigens sehr gut zu Adam passt). Eine melancholisch-schöne Stimmung macht sich breit, gerade wenn Adam und Eve zusammen sind. Kein Wunder bei allem, was sie gesehen und erlebt haben. Ihre Liebe ist kein Hollywood-Kitsch, sondern erwachsen.
Im Zentrum steht kein großer Plot, sondern Jarmusch-typisch die Stimmung und seine Charaktere, hier klasse von den DarstellerInnen verkörpert. Dass die Hauptfiguren Vampire sind ist u.a. für Adams Weltschmerz, Eves erhabene Ruhe und das bisschen Plot, das es gibt, wichtig, es geht hier aber nicht um Horrorfiguren, sondern um die "Aussenseiterperspektive" von Wesen, die schon unendlich viel mitbekommen haben. Und einen das ab und an auch mit trockenem Humor wissen lassen.

Kurzum:
"Lyrisch" gefilmt, klasse gespielt, hypnotisch vertont - ein Vampirfilm, wie wohl nur Jarmusch ihn machen kann. Top.

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