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,,,have no fear...Pam Grier is here...

BAADASSSSS CINEMA ist ein netter aber leider zu kurzer Dokufilm über das Blaxploitationgenre. Bei Regisseur Isaac Julien frage ich mich, ob er ein ambitionierter Filmemacher oder doch nur Laufbursche einer gelangweilten desinteressierten Produktionsgesellschaft ist. Mannomann was hätte aus diesem Thema so alles herausgeholt werden.
Julien lässt mehrere Helden wie Pam Grier, Gloria Hendry, Melvin Van Peebles und Fred Williamson zu Wort kommen. Was diese durchweg symphatischen Ikonen zu berichten wissen, lohnt das aufmerksame Lauschen des geneigten wissbegierigen Zuschauers allemale. Van Peebles bekommt den Raum den er verdient, um vom Urknall SWEET SWEETBACKS BAD ASS SONG und dessen Auswirkungen auf das sogenannte Black Cinema zu erzählen. Fred Williamson, ganz der coole Gentlemen wie eh und jeh, plaudert über seine lange Karriere, in der er ja nicht nur Schauspieler, sondern auch Produzent und Director seiner eigenen Filme war. Pam Grier und Gloria Hendry sind nicht nur charmant und betörend schön, sondern auch sehr kluge Damen. Beide hinterfragen die Bedeutung der Frau im schwarzen Kino und damit ihre eigenen Rollen. Bis dahin ist ja auch alles ok für den Fan dieses Subgenres. Was mich aber doch etwas abtörnte war die Tatsache, dass fast ein Drittel dieser Doku Gestalten zu Wort kommen die eigentlich dort nichts zu suchen haben. Genauer gesagt meine ich Qwentin Tarantino, Samuel L. Jackson und eine gewisse Afeni Shakur. Tarantino steht entweder stark unter dem Einfllus einer hibbelig machenden Droge oder sein wiederliches Gehabe ist ein angeborener Dauerzustand. Das Tarantino einen schwachen Film mit Pam Grier gedreht hat, macht diesen noch nicht zu einem Zeitzeugen. Das selbe gilt auch für Jackson, obwohl dieser nicht wie Herr Tarantino den Cretin gibt. Den Vogel schiesst für mich Afeni Shakur ab. Die Frau ist die Mami des vor Jahren erschossenen Gangsta Rappers 2PAC. Frau Shakur ist ja berühmt berüchtigt für die Verwurstung des zu Lebzeiten unveröffentlichten musikalischen Nachlasses ihres Sohnemannes (er fand die Songs einfach zu schlecht). Warum sie hier ungebremst sabbeln darf bleibt rätselhaft.
Ich hätte mir einfach mehr Heros aus der Zeit vorm Mikro gewünscht. Superfly Ron O Neil weilt ja leider nicht mehr unter uns, aber warum bemühte man sich nicht um Richard Roundtree, Jim Brown, Rudy Ray Moore, Isaac Hayes, Antonio Fargas, Jim Kelly oder Yaphet Kotto um nur einige zu nennen. Unverzeihlich diese Nachlässigkeit. Pluspunkte werden aber trotzdem noch gemacht, in Form von Archivmaterial. Es gibt Aufnahmen einer Studiosession zu bewundern, in welcher Isaac Hayes mit Shaft Regisseur Gordon Parks am Soundtrack feilt. Es wimmelt von Filmausschnitten diverser Klassiker. Auch da muss wieder bemerkt werden, die C Filme dieses Genres sind bekannt und begeistern durchaus den waren Fan. Warum nicht auch ein bissel Dolemite, Black Gestapo oder The Hitter ? Naja man kann nicht alles haben. BAADASSSSS CINEMA bietet gute informative Unterhaltung für Einsteiger und Fans von Streifen aus dieser Dekade. Habe mir nur etwas mehr gewünscht. Schliesslich haben die schwarzen Exploitationsfilme wichtiges erreicht (auch wenn diese das Filmbusines natürlich nicht verändern konnten). Für das Selbstbewusstsein eines nicht unwesentlichen Teils der schwarzen Bevölkerung dürften die coolen Mamas und Daddys auf der Leinwand einiges bewirkt haben. Es ist ein göttlicher Anblick, wenn in den Dokaufnahmen die Menschen in langen Schlangen anstehen, um den neuesten Reisser zu bestaunen und selbst so aussehen wie die Hauptdarsteller dieser Dekade. Die sehr guten funkigen Soundtracks sind unvergessen. Diese wunderbaren Tatsachen können einfach nicht oft genug erwähnt werden und kommen in BAADASSSSS CINEMA leider zu kurz.

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