Der 1946 geborene John Woo erschaffte mit "A better tomorrow" ein neues Filmgenre, was den Honkong Actionfilm maßgeblich prägte.
"Heroic Bloodshed": Dieses Genre ist dadurch gekennzeichnet, dass ein tragischer Held Spielball der Mafia wird, sich an den Gangsterbossen rächt und letztendlich selbst stirbt.
Prägende Elemente dieses Genres sind exzessive Schusswechsel. Woos Präferenz der "Zwei- Pistolen- Technik" wird in seinen Filmen immer wieder deutlich. Die Face to Face Sequenz ist ein weiteres Markenzeichen von Woos Filmen. Hierbei halten sich die Kontrahenten ihre Waffen gegenseitig vors Gesicht und duellieren sich verbal. Im Sinne des Ying-Yang Zeichens ist der Eine oftmals weiß, der Andere dementsprechend schwarz gekleidet.Sonnenbrille und Trenchcoat als Filmmode der Pro- und Antagonisten sind ein weiteres Warenzeichen von Woos Filmen. Das Thema der Freundschaft und Loyalität ist ein zentrales Merkmal von Woos Filmen. Dies ist begründet auf Woos Moral- und Wertvorstellungen. Er ist der Ansicht das Zusammenhalt in Form von Freundschaft und Loyalität immer noch maßgebliche Werte der Gesellschaft sind (Diese Meinung kann, aber muss man nicht teilen). Symboliken sind auch wesentlich für Woos Filme, Kirchen und weiße Tauben (wie man sie beispielsweise in "The Killer" und "Face off" häufiger zu Gesicht bekommt) seien exemplarisch genannt.
Die Story:
Mark (Chow- Yun Fat) ist ein Prachtexemplar von einem saucoolen Gangster, um es einmal banal auszudrücken. Er arbeitet für die Triaden, indem er Falschgeld produziert. Der Partner von Mark, Sung Tse Ho (Ti Lung), der auch gleichzeitig sein bester Freund ist, will sich jedoch von den kriminellen Machenschaften der Triaden distanzieren und sich dementsprechend aus dem Gangsterbusiness verabschieden. Der Grund ist naheliegend, denn sein Bruder Tse Kit (Leslie Cheung), will Polizist werden. Ho weiß, dass dies keine gutes Blut innerhalb der Familie schüren würde, denn Polizisten und Triaden verstehen sich für gewöhnlich nicht sonderlich gut.
Ho will dementsprechend den letzten Auftrag durchziehen und dann aussteigen. Für diesen Auftrag nimmt Ho, den jungen Sheng (Waise Lee) mit. Der Auftrag läuft jedoch nicht so wie geplant und hat zur Folge, dass Ho verhaftet wird. Als Mark davon erfährt, will er sich an denjenigen rächen die Ho verraten haben, dabei wird er jedoch verletzt und behält eine bleibende Beeinträchtigung. Überraschenderweise übernimmt nun Sheng die Leitung über die Falschgeldproduktion.
Ho kommt aus dem Gefängnis und erfährt, dass sein Vater umgebracht wurde. Er besinnt sich und will ein besseres-ehrliches Leben führen. Demnach will er auch den Kontakt zu seinem Bruder aufnehmen, aber die Triaden sind da nicht ganz seiner Ansicht.
Mark, der mit seiner Körperbehinderung nicht zurechtkommt, aber wieder bei den Triaden unter Shengs Führung arbeitet sehnt sich nach Rache, aber dies kann er nur mit Hilfe seines ehemaligen Partners und besten Freundes bewältigen...
Bombastisch inszenierte John Woo diesen ersten Heroic-Bloodshed Genre Film 1986...weitere noch härtere sollten folgen...
Der Auftakt dieses Genres stellte zur damaligen Zeit ein absolutes Novum dar...extreme Gewaltdarstellungen und Emotionsbekundungen, verschmolzen zu dem was dieses Genre ausmacht...Meines Erachtens die Darstellung des zwiegespaltenen Daseins des Menschen...Aggression und Mitgefühl im Wechselspiel der Schicksalsschläge!
Die Gewaltdarstellungen sind explizit und durchaus hart...was die Schnittfreudigkeit der Prüfkommissionen beweist.
Woos Filme sind einzigartig und haben eine tiefe Atmosphäre...es bedarf kaum der Worte, um die Darsteller zu verstehen. Dies stellt die Genialität Woos deutlich in seiner Schauspielerwahl dar. Ohne diskriminierend wirken zu wollen, fällt es mir bei asiatischen Filmen oftmals schwer die Emotionen zu erkennen...bei Woos Filmen jedoch nie!
In Allem ein perfekter Film, der das neue Filmgenre, "Heroic Bloodshed", gebührend einführte!
10 Punkte