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Ich bin zwar kein eingefleischter Fan der "Shaft"-Filme aber John Singletons Neuauflage des Jahres 2000 eignet sich doch recht gut für den etwas härteren Ghettokrimi-Abend. Musiktechnisch und optisch macht "Shaft" defintiv einiges her und punktet mit einer gelungenen Großstadtatmosphäre. Genügend Erfahrung bringt "Boyz in the Hood"-Regisseur Singleton - zuletzt mit "Vier Brüder" im Kino - schließlich mit.

Auch die Besetzung der Hauptrolle ist mit Samuel L. Jackson gut getroffen, bringt er doch sowohl Coolness als auch Härte ziemlich glaubhaft rüber. Sehr gelungen ist zudem der inhaltliche Brückenschlag zu den Originalfilmen durch die charakterliche Integrierung von Ex-Shaft Richard Roundtree. Eiskalt und brutal darf sich hingegen "American Psycho"-Star Christian Bale in der Rolle des Fieslings präsentieren, während Vanessa Williams ("Eraser") unserem unkaputtbaren Shaft tapfer zur Seite steht und Jeffrey Wright einen leichtdurchgeknallten Drogenkönig abgibt. Überhaupt kann man hier von einem wirklich gelungenen Ensemble sprechen, das stets für handfeste Action und solide Oneliner zu gebrauchen ist.

Flair und Cast stimmen schonmal. Doch leider hapert es bei "Shaft 2000" ein wenig in Sachen Action. Bis es das erste Mal nennenswert kracht, verstreichen doch zahlreiche Filmminuten in Ermittlungsarbeit und Dialogen. Im Grunde bietet die 2000er Auflage nur zum Ende hin umfassendere Actionsequenzen in Form zweier relativ blutig inszenierter Schiesserreien und einer Verfolgungsjagd auf vier Rädern. Sieht ohne Frage alles sehr nett aus aber zuvor ist actionmäßig einfach zu viel tote Hose wie ich finde. Freilich unterhalten die nette Inszenierung und die guten Darsteller auch alleine recht gut aber trotzdem wäre doch ein bisschen mehr Krawumm wünschenswert gewesen - gerade weil auch der wenig innovative Kriminalfall selbst nicht übermäßig spannend oder gar komplex geraten ist.

Fazit: Es gibt viele unsinnige Remakes/Fortsetzungen. "Shaft 2000" gehört dank einer gelungenen Inszenierung und cooler Besetzung in jedem Fall zu den brauchbareren dieser Zunft, ist aber vom Prädikat "perfekt" doch noch ein solides Stück entfernt.

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