Richard Roundtree als titelgebender Privatdetektiv John „Shaft“ konnte 1971 jede (schwarze) Mieze haben und der Film trat eine Welle so genannter „Blaxploitation-Movies“ los, in denen versucht wurde, mit Schwarzen in zweitklassigen Streifen Geld zu scheffeln. Solch anarchische Zeiten voll mit Sex und Gewalt sind jedoch im frühen 21. Jahrhundert vorbei, weswegen das Remake „Shaft – Noch Fragen?“ weit weniger explizit in Sachen Sex ausfällt als der Vorgänger, obwohl der Titelsong von Isaac Hayes noch derselbe ist.
Zur Story: Nachdem der Mörder Wade (Christian Bale, „Batman Begins“), Sohn eines einflussreichen Industriellen, auf Kaution frei gelassen wird, hängt Cop Shaft (Samuel L. Jackson, „Pulp Fiction“) seine Marke an den Nagel. Auf eigene Faust ermittelt er den Aufenthaltsort der einzigen Zeugin (Toni Collette, „The Sixth Sense“), um doch noch eine Verurteilung zu erwirken. Schlecht nur, dass Wade den Gangster Peoples (Jeffrey Wright) ebenfalls auf sie angesetzt hat, um sie unschädlich zu machen…
Der große Pluspunkt des Films ist Samuel L. Jackson in der Titelrolle. Er ermittelt und agiert cooler als die Polizei erlaubt und steht dabei dem Original-„Shaft“ Richard Roundtree – welcher im Remake in einer kleinen Nebenrolle als Shafts Privatdetektiv-Onkel zu sehen ist – in nichts nach. Sein launiges Minenspiel ist schlicht grandios. Auch gibt es durchweg ein paar ironische und smarte Oneliner, die jedoch zuweilen die teils hohe Gewalttätigkeit des Films verharmlosen. Auch die Story ist eher ein roter Faden und wirkt doch streckenweise etwas einfallslos. Dass es dabei niemals langweilig wird hat damit zu tun, dass der Film genügend Action und Wendungen bereithält, welche dann doch fesseln. Die Optik ist dabei jedoch immer stimmig: originelle Schnitte und Übergänge, lässiger und düsterer Look der Bilder. Dabei wirkt der Film jedoch biederer als das Original: rüde und anzügliche Erotik-Szenen gibt es weit und breit nicht.
Fazit: Optisch ansprechendes Update von „Shaft“ mit einem coolen Samuel L. Jackson, welches jedoch inhaltlich unausgegoren wirkt. „Shaft – Noch Fragen?“ ist ein gutes Remake, welches aber mangelnde Klasse mit zahlreichen Action-Szenen und launigen Dialogen zu überspielen versucht – was weitgehend sehr unterhaltsam gelingt.