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27 Jahre ist es nun her, seit die Ikone des Blaxploitation in Afrika aufräumen durfte. Die schwarze Antwort auf "Dirty Harry" wurde von Ernest Tidyman im Jahre 1971 erfunden, kurz darauf folgte der erste Spielfilm. Zwei Sequels wurden nachgereicht, sowie eine Miniserie. In "Shaft Returns" darf nun Samuel L. Jackson dieses Erbe antreten und toppt seinen Vorgänger Richard Roundtree. Auch Regisseur John Singleton war der richtige Mann für diesen Job. Mit "Boyz n the Hood" machte er damals auf sich aufmerksam, hiermit punktet er erneut, doch nicht all seine Arbeiten waren qualitativ hochwertig. Man nehme das stinklangweilige "Poetic Justice" oder das verkorkste Sequel "2 Fast 2 Furios". Als Letztes lieferte Singleton mit "Vier Brüder" einen guten Actionfilm ab. Das Drehbuch zu dieser Art Remake schrieb Singleton selbst, für die Inszenierung wurden im 46 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Der Erfolg konnte sich sehen lassen, blieb jedoch hinter dem erhofften Zahlen. Ich persönlich hätte mich auf eine Fortsetzung sehr gefreut. Gerade jetzt wo Altstars wie Bruce Willis oder Sylvester Stallone es nochmal wissen wollen, da würde Jackson gut hineinpassen, doch bis jetzt ist leider nichts in Planung.

John Shaft (Samuel L. Jackson) bekommt es mit dem brutalen und rassistischen Killer Walter Wade Jr. (Christian Bale) zu tun. Dieser ermordete grundlos einen Menschen, die einzige Zeugin Diane Palmieri (Toni Collette) kann untertauchen. Daher kann Shaft Walter den Mord nicht nachweisen. Zwei Jahre später bekommt Shaft seine zweite Chance. Walter kehrt aus der Schweiz zurück und Shaft ist fest entschlossen, ihn diesmal zu überführen. Walter tut sich derweil mit dem Dealer Peoples Hernandez (Jeffrey Wright) zusammen. Mit ihm erhofft sich Walter die Zeugin zu finden und endlich ausschalten zu können. Aber Shaft, seine Kollegin Carmen (Vanessa Williams) und sein Kumpel Rasaan (Busta Rymes) haben Diane zuerst aufgespürt. Doch Peolpes schickt der Gruppe eine ganze Armee auf den Hals.

Man hätte hier keinen Anderen nehmen können. Samuel L. Jackson ist einfach eine coole Sau. Mit schwarzem Mantel, Schlapphut, entsicherter Waffe und jeder Menge Onliner macht er hier Jagd auf das böse Gesindel. Der original Shaft Richard Roundtree, welcher damals übrigens Privatdetektiv war, hat eine Nebenrolle als Onkel John Shaft. Ständig versucht er seinen Neffen zu überreden, bei ihm in die P.I. mit einzusteigen. Busta Rymes macht ausnahmsweise mal einen guten Job, genauso wie Toni Collette als Zeugin Diane, oder Vanessa Williams als toughe Polizistin und Partnerin Shafts. Mit Christan Bale, Jeffrey Wright und Dan Hedaya ist die Fieslingsrige top besetzt. Zwar verkörpert Wright einen Klischeegangster, doch Bale ist als gnadenloser Killer wirklich klasse. Einzig Hedaya bleibt ein wenig hinter seinem Können zurück. Auf jeden Fall ist der Großteil des Budgets für die fabelhafte Besetzung ausgegeben worden. Ansonsten krallt sich Singleton sehr stark an die Vorgänger aus den Anfängen der 70er Jahre. Als Kulisse muss die Großstadt herhalten, meist treibt man sich in miesen und vor allem gefährlichen Gegenden herum. Nicht der kleinste Hauch von Exotik, nur Panoramabilder der Stadt oder eines Sonnenuntergangs bekommt man als Schauwerte geboten.

Natürlich wurden die Bilder der heutigen Zeit angepasst und wirken für solch einen Streifen fast zu modern, doch leichtes 70er Jahre Feeling ist immer noch geboten. Auch hauptsächlich ausgelöst durch den genialen Score. Die Titelmelodie, damals gesungen und komponiert von Isaac Hayes, wurde auch mit aufgepeppt, klingt aber immer noch super. Die restlichen Sounds sind abwechslungsreich, gut klingend und man verzichtet auf dieses nervige Hip Hop Gedönse. Von der Story sollte man nicht zuviel erwarten. Gradlinig, schnörkellos verlaufend bietet sie leider kaum Wendungen. Dafür haben die Dialoge Witz und Pepp, aber auch einen hohen Schimpfwortgehalt. Man weiss jedoch im Vorhinein, dass Shaft mit allen bösen Jungs abrechnet, zwei korrupte Cops sind auch zugegen. Lediglich der Killer Walter stellt eine Abwechslung zum Einheitsbrei dar. Action ist eher rar gesäht, doch Film braucht sie gar nicht, "Shaft Returns" unterhält auch so prächtig. Jackson erhält diesen Film am Leben. In bester Harry Calahan Manier reisst Shaft viele Onliner, verteilt gerne Schläge vors Fressbrett und geht mit seinen Gegnern nicht zimperlich um. Zudem kommt er mit dem ganzen System nicht klar, ist ein Weiberheld und setzt sich meist über das Gesetz hinweg. In der ersten Filmhälfte gibt es nur kürzere Actionsequenzen, doch gerade in der zweiten Hälfte gibt es zwei längere Shootouts mit anschließender Verfolgungsjagd. Ein Endkampf gegen Peoples hätte die ganze Sache perfekt abgerundet, doch leider kommt es nicht dazu.

"He is the Man". Samuel L. Jackson ist einfach klasse. In routinierter Story auf solidem Spannungsniveau trägt er den Film auf seinen Schultern.

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