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Ist es Zufall, dass neben dem für mich recht amüsanten DAS IST DAS ENDE mit THE WORLD'S END fast zeitgleich eine weitere Komödie über den Weltuntergang erscheint? Man kann darüber spekulieren und auch Vergleiche ziehen zwischen diesen oder auch den wenigen überhaupt vergleichbaren Werken. DAS IST DAS ENDE hat sehr gelungene Momente, aber ist deutlich mehr Hollywood und hat nicht den Indiefilm-Charme, wie ihn Regisseur Edgar Wright ja schon mit seinen gerne mit THE WORLD'S END verglichenen vorherigen Werken SHAUN OF THE DEAD oder auch HOT FUZZ erfolgreich umgesetzt hat. Diesmal nimmt er sich einer Invasion durch Außerirdische vor und liefert eine typische britische Komödie mit viel schwarzem Humor, skurrilen Szenen und einem bestens aufgelegten Darsteller-Quintett ab.

Die Geschichte eines Saufmarathons von fünf Ü40 Freunden, der an ihre Jugendzeit erinnern soll, spielt sich leider parallel zu einer Alien-Invasion ab, in der unsere Helden sehr schnell verwickelt werden. Zunächst scheinen sie es nicht wirklich zu bemerken, dass der Rest der Welt dabei unterzugehen scheint…der sehr hektische Beginn der Vorgeschichte und die zunächst permanente und nervige Stimme aus dem off lässt schlimmstes befürchten und man wähnt sich in den ersten Szenen von Teenie-Spektakeln wie PROJECT X. Aber dieser Eindruck verfliegt schnell wenn Simon Pegg in seiner tragenden Rolle als Gary King die Geschichte betritt.

Ihn kennen Filmfreunde sicherlich noch aus SHAUN OF THE DEAD oder auch HOT FUZZ, deren unverwechselbare Kombination aus Buddykomödie und übersinnlichen Elementen - wie in SHAUN - auch in THE WORLD'S END wieder bestens zum Tragen kommt. Schon in der ersten Prügelszene in einer Toilette nach etwa 40 Minuten, in der unsere Helden auf die Aliens stoßen, strotz vor guten Ideen und gut gelungenen Effekten, die Splatterformat annehmen, nur das Blut der Fremden ist in hellem Blau gehalten. Und nur unwesentlich später wird dies noch durch einen sehr bekannten Bond Darsteller (wird hier nicht verraten) getoppt, der plötzlich mit von der Partie ist und sich als ein Führer der Alienbande herausstellt.

Wilde Verfolgungsjagden a la SHAUN und aberwitzige Ideen in der actionreichen Umsetzung, in der sich Nick Frost als Buddy Andy (unter anderem SHAUN und HOT FUZZ) als weitere Hauptfigur durch seinen kampf-festen Einsatz gegen die Aliens hervortut, sorgen für beste Unterhaltung und erinnern in bester Weise an ähnliche Vorbilder und auch wieder SHAUN in seiner Kombination von Brutalität und Humor. Auch wenn zeitweise der reine Klamauk dominiert, versteht es Regisseur Edgar Wright immer und immer wieder die Schraube der Unterhaltung höher zu drehen und für neue exzentrische bis dämliche Überraschungen zu sorgen.

Gänzlich unerwartet sorgt der düstere Schlussteil von THE WORLD'S END für ein weiteres sehr gelungenes Überraschungsei mit guten Einfällen, auch wenn das Ende nicht ganz zum Rest des Films zu passen scheint und die letzte Filmklappe schon ein paar Mal vorher hätte fallen können. Somit reiht er sich nach SHAUN und HOT FUZZ bestens in die "Blood & Icecream bzw. Cornetto-Trilogie" Reihe ein. Der Bezug dazu kommt diesmal auch ganz zum Schluss noch mal witzig ins Bild. Für Freunde der vorgenannten Streifen ist THE WORLD'S END eine Pflichtvorstellung und wird diesen auch ganz sicher gefallen. In einer unnötigen Reihenfolge der Trilogie würde ich THE WORLD'S END am Ende dieser exzellenten Vorgänger einreihen.

6,5/10 blauen Blutschwällen….äh,….Punkten

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