Unterschätztes Finale der Cornetto-Trilogie
Edgar Wright ist für Höheres bestimmt... ok, das war eigentlich auch schon vor The World's End jedem klar. Nicht umsonst sollte er ja auch Ant-Man inszenieren, leider klappte dies nicht. Shaun of the Dead ist nicht nur ein britischer Klassiker sondern die wohl beste Zombie-Parodie aller Zeiten. Hot Fuzz ist genauso wie World's End unterschätzt & beide leiden etwas an der extrem hohen Messlatte durch Shawn. Und Scott Pilgrim war für mich ebenfalls genial - jeder Videospieler/Comicfan sollte dies ähnlich sehen. Gebt dem Mann also seinen Blockbuster - er wird das Ding rocken!
Zurück zu World's End: Fünf sehr unterschiedliche, ehemalige Freunde organisieren nach 20 Jahren ein Treffen in ihrer Heimat - nun wollen sie endlich den Kneipenmarathon hinter sich bringen, der schon in ihrer Jugend öfters knapp scheiterte. Wäre da nicht ein kleine Alieninvasion, die in ihrer britischen Kleinstadt beginnen soll. Nun ist die Sauftruppe unsere letzet Bastion bevor die Welt hinterrücks von den Körperfressern überrolt wird!
Das klingt nicht nur verrückt & spaßig, das ist es auch. Wer sagt dieser Film wäre lahm, nicht lustig oder nicht unterhaltsam, will entweder nur Aufmerksamkeit, ist viel zu streng, hatte nie eine Klicke oder hat einfach keine Ahnung. Vor allem Männer im mittleren Alter wie die Protagonisten, die gerne mal an ihre alte Party-Klicke zurück denken & in Erinnerungen schwälgen, werden nicht nur lachen, sondern auch eine emotionale Verbindung zu der Tour de Beer aufbauen können - fast eine Art Stand By Me mit Männern die gerne Bier sippen. Wer gerne Bier trinkt wirdden Film lieben. Wer auf britisch-schrulligen Humor steht ebenfalls. Und dann kommt das Beste: wer auf Retro-Alien-Action steht ebenfalls. Die Pub-Schlägereien der Truppe mit den Invasoren sind so mit die besten Kloppereien der letzten Filmzeit - keine shaky Cam, einfach cool, schnell & treffsicher festgehalten. Das war die eigentliche Überraschung des Films.
Und Nick Frost, Simon Pegg & Co. gehen eh immer, gehören zum lustigsten was momentan auf dieser blauen Kugel rumläuft, zusammen erst recht. Die Chemie unter allen Beteiligten passt einfach, die unterschedlichen Charktere kollidieren immer wieder köstlich, lieben sich im Endeffekt aber doch & stehen zusammen. Noch besser funktioniert der Film vielleicht wenn man selbst auch etwas trinkt, ihn mit Freunden guckt & einfach Spaß hat - ernst nehmen bringt nichts, zu viel Denken sollte vermieden werden. Obwohl man absolut nicht von (nur) flachem Niveau sprechen kann, das Ganze hat unübersehbar Klasse & Intelligenz. Gegen Ende überholt sich der Film wohl ein bißchen selbst & fällt etwas in seinem Tempo & Genialität ab, die Ideen gingen wohl aus.
Fazit: feucht-fröhlischer Brit-Humor, erstaunlich rockige Actionszenen & sprudelnde Kreativität. Edgar Wright spielt auch hier seine Markenzeichen aus, erweitert diese sogar noch, sodass The World's End zu einer der besten filmischen Kneipentouren aller Zeiten wird! Auch wenn er von seinen bisherigen großen Filmen wahrscheinlich sogar der Schwächste ist.