kurz angerissen*
Das Boxerdrama taucht tiefer in die Machenschaften des Geschäftes ein als viele seiner Artverwandten und ist in erster Linie daran interessiert, den Boxzirkus als Halsabschneider-Business zu entlarven, in dem die Boxer manipulierbare Objekte sind, die weder von Geschäftstreibenden noch vom sensationsgierigen Publikum als Menschen betrachtet werden. Zur Veranschaulichung dessen werden schwere Geschütze aufgefahren, die nach Realitätsnähe streben, um einen hohen Plausibilitätsfaktor zu erreichen: Ein ehemaliger Boxer etwa wird in einer dokumentarisch wirkenden Interview-Sequenz als Wrack dargestellt, das von der Gesellschaft nach der Karriere fallengelassen wurde; der Wunsch nach wirtschaftlicher Absicherung, „wie es auch für die Profi-Baseballer gilt“, wird mehrfach geäußert und am Ende werden Abrechnungszahlen auf den Tisch gelegt, die schockierender wirken als jeder im Ring zugefügte Cut.
Aus dieser leicht durchschaubaren Rezeptur kann man dem Film sicherlich einen Strick drehen, wenn man möchte, jedoch sprechen die starke Inszenierung und die authentische Insider-Perspektive dagegen. Man wähnt sich mitten in den Geschäften und kann deren Absurdität praktisch auf eigene Faust erkunden. Und dann ist da natürlich noch Humphrey Bogart, der hier seine letzte Rolle bestreitet. Ein coolerer Abgang ist wohl nur wenigen Darstellern vergönnt. Von seiner Krankheit bereits gezeichnet, macht er erst recht den Eindruck eines zähen Hundes, der sich zuerst gegen seine berufliche Krise wehrt und schließlich gegen einen ganzen Ring aus staatlich legalisierter Kriminalität. Gemeinsam mit Wrestler und Schauspiel-Newcomer Michael Lane bildet er das Herz des Films, dem es so gelingt, Naivität und deren Ausnutzung sichtbar zu machen.
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