Wer einmal ein Projekt mit 45 Millionen Dollar Produktionskosten in den Sand gesetzt hat, dürfte so rasch nicht wieder Fuß fassen, wie eben Regisseur Roger Christian mit „Battlefield Earth“, welcher 2000 gnadenlos floppte. Mit vorliegendem Werk dürfte sein Ruf kaum wiederhergestellt werden, denn das Mischmasch altbekannter Versatzstücke löst allenfalls Langeweile aus.
Vier Kosmonauten um Col. Brauchman (Christian Slater) haben arge Probleme auf der Mondbasis: Erst dringt Kohlenmonoxid ein und führt zu Halluzinationen, dann scheint Astronautin Ava in eine mutierte Schwangerschaft zu geraten und dann macht sich auch noch ein außerirdischer Virus breit…
Vier Leute auf engem Raum, - das geht selten gut. Vor allem dann nicht, wenn die Charakterzeichnungen völlig versagen und keine Identifikationsfigur gegeben ist. Zudem handeln allesamt willkürlich und stellen zahlreiche Regeln auf den Kopf, was einige Handlungsweisen kaum nachvollziehen lässt. Mal steht jemand unter Quarantäne, im nächsten Moment nicht mehr, dann muss eine Schleuse geschlossen werden, kurz darauf wird der Schritt unterbunden und zuletzt soll gar ein Münzwurf über das Schicksal der Verbliebenen entscheiden.
Die Ausstattung der Mondbasis ist technisch okay, jedoch sehr schlicht und monoton ausgefallen, da stahlgraue Töne dominieren und zudem einige Farbfilter kaum Abwechslung verschaffen. Die wenigen Außenaufnahmen schauen indes arg nach Plastikmodell aus, während die wenigen Effekte nur aus Make-up bestehen, da das Alien später lediglich einen Astronauten als Wirtskörper benutzt, dem zwischenzeitlich die Haut verkröselt.
Ansonsten geschieht einfach nichts Erwähnenswertes. Das visuelle Potential etwaiger Halluzinationen wird nicht in Ansätzen ausgespielt, sämtliche Konfrontationen werden blitzschnell abgehandelt und allenfalls in der allerletzten Einstellung sieht man das, was man sich für den Verlauf einige Male mehr gewünscht hätte: Alienfratze mit Schleim und bedrohlichen Gebärden.
Uninspiriert dümpelt das einseitige Geschehen spannungslos vor sich hin, die Mimen wirken ebenso unmotiviert und auch der Score mäandert die meiste Zeit irgendwo im Hintergrund.
Spannende Szenen sind Mangelware, atmosphärische Spitzen sind auch nicht auszumachen und somit interessiert am Ende überhaupt nicht mehr, ob die Mondbasis zu Bruch geht und die letzten Überlebenden jemals wieder die Erde erreichen. So langsam sollte sich Regisseur Christian selbst auf den Mond befördern…
Knapp
3 von 10