Ruggero Deodato drehte mit „Ultimo Mondo Cannibale“ seinen ersten Kannibalenfilm – zu diesem leider nur kurzlebigen aber kultigen Genre setzte er immerhin später mit „Cannibal Holocaust“ die einsame Krone auf und drehte mit „Cut and Run“ noch einen kleinen Abschluss zu diesem Thema.
Dieser Film wurde maßgeblich beeinflusst durch Umberto Lenzis Erstling aus dem Jahre 1973 und Deodato erkannte das Potenzial des Genres: Mit expliziter Gewalt peppte er den denkbar einfachen aber stets unterhaltsamen Plot auf und haut mit einigen Tiersnuff-Szenen und einem Hauch Softerotik tief in die Sleaze-Kerbe.
Die Gewaltszenen sind wirklich nicht ohne, ein Splatterfest sollte man aber nicht erwarten. Langweilig wird „Mondo Cannibale 2“ niemals denn das Tempo bleibt stets recht hoch.
Me Me Lai und Ivan Rassimov sind perfekt für ihre Rollen und können als absolute Stars des Kannibalenfilms bezeichnet werden, Me Me Lai darf als Eingeborene aber nur hübsch aussehen und damit als Lustobjekt dienen. Als Assistent hinter den Kulissen war Lamberto Bava beschäftigt, der einige Jahre später mit seinen beiden „Dämonen“-Filmen Kultstatus erlangte und heute nur noch belangloses dreht.
Natürlich gibt es Tendenzen den Film als rassistisch aufzufassen und das nicht ohne Grund: Hier wird Deodatos Zivilisationskritik nicht gerade deutlich denn man hält sich eher an bekannte Formeln als sich um echte Hinterrundinformationen zu kümmern. Aber gerade das macht den Charme dieses Films aus, der pseudodokumentarische Touch in Kombination mit der liebenswerten Naivität.
Vor allem einige echt provokante Szenen können den Genrefan von heute begeistern, dazu gehören neben dem Tier-Snuff sicherlich das Urinieren auf den Gefangenen, die wenigen aber derben Folterszenen und das Ertränken eines Neugeborenen durch eine Eingeborene.
Die Inszenierung ist Deodato gut gelungen, die Effekte überzeugen technisch und auch sonst gibt es nicht viel zu meckern an dem routinierten Score oder an der zufrieden stellenden Kameraführung.
Fazit: Ein Höhepunkt des Genres und daher für Fans absolutes Pflichtprogramm. Ein Jammer das nur wenige andere verwandte Filme die Qualität erreichen die „Mondo Cannibale 2“ vorgab.
07 / 10