Inhalt:
Robert Harper fliegt mit seiner dreiköpfigen Crew zu einer phillipinischen Insel, um ein paar verschollene Ölsucher aufzuspüren. Das Flugzeug muss auf der Insel notlanden und die Gesuchten können nicht gefunden werden. Dafür findet man Spuren, die auf einen Kampf zwischen den Vermißten und Eingeborenen schließen lassen.
Da es breits dunkelt, muss das Team die Nacht auf der Insel verbringen. Das weibliche Crewmitglied muss austreten und wird prompt von den einheimischen Kannibalen verspeist.
Robert und seine zwei verbliebenen Partner begeben sich auf die Suche nach dem Mädel, in deren Verlauf der Pilot durch eine riesige mit Spitzen bestückte Kugel aufgespießt wird.
Die Wege der beiden Verbliebenen trennen sich nach einer anschließenden Floßfahrt, wobei der eine den Fluss hinuntergerissen wird und Robert Harper von den Kannibalen aufgeschnappt wird.
Diese bringen den Gefangenen in eine Höhle, in der er ihren Ritualen beiwohnen darf und schließlich seine Chance zur Flucht mit der Dorfschönheit nutzen kann.
Nachdem einige Zeit geflüchtet und der Geschlechtsverkehr vollzogen wurde, treffen die beiden auf den totgegelaubten, vom Fluss verschlugenen Partner von Robert, der sich den beiden Flüchtenden anschließt.
Die Kannibalen sind ihnen dicht auf der Spur und können Roberts jetzige Frau erwischen, was sie mit einem leckeren Mahl zelebrieren, wobei sie das Hauptgericht ist.
Robert kann einen Kannibalen töten und versucht die übrige Meute mit dem Verspeisen der Leber seines Opfers zu beeindrucken, was misslingt. Sie bleiben den beiden auf der Spur und verletzen Roberts Kollegen schwer.
Zuguterletzt erreichen die beiden das Flugzeug und können die Insel verlassen, wobei Roberts Freund seinen schweren Verletzungen erliegt.
Kritik:
Ruggero Deodato greift mit diesem Film die von Umberto Lenzi in "Mondo Cannibale" vorgegebene Richtung auf und wiederholt sie zum Teil. Wieder wird ein zivilisierter Mann von Eingeborenen gefangengenommen und zu einem Teil ihrer Rituale, die er am Ende annimmt.
Selbst die Haupdarsteller des ersten Teils (Ivan Rassimov und Me Me Lai) stehen wieder auf der Besetzungsliste.
Deodato mischt in den für mich eher als Abenteuerfilm zu bezeichnenden Streifen die kannibalenfilmtypischen Tiertötungs- bzw. kampfszenen ein. Neben den Auseinandersetzungen zwischen Schlange/Waran, Schlange/Fledermaus und Krokodil/Vogel ist das grausame "Highlight" das Ausweiden eines Krokodils bei lebendigem Leib.
Zu den weiteren (angeblichen) Ritualen der Kannibalen gehört die Bestrafung eines Eingeborenen durch Fesseln, Armanritzen und anschließendem Festmal für die Ameisen und (besonders beeindruckend) die Begrüßungszeremonie für den Gefangenen Robert Harper: Dieser wird an einem Seil in einer Riesenhöhle in die Lüfte gezogen und immer wieder fallengelassen, um seine nicht vorhandenen Flugkünste unter Beweis zu stellen (schließlich ist er ja auch vom Himmel gekommen).
Immer wieder unterbricht Deodato paradisische Bilder durch Grausamkeiten, was sich besonders in der Szene zeigt, in der Robert und seine neue Eroberung durch die Landschaft wandern und an einem Fluss eine Schwangere beobachten, die gerade ihr Baby zur Welt bringt und nach dem Erkennen des Geschlechts (leider ist es ein Mädchen) die Nabelschnur durchbeißt und das eigen Fleisch und Blut in den Fluss befördert (sehr zur Freude der hungrigen Krokodile).
Die wenigen Kannibalenfreßszenen sind im Vergleich zum Vorgängerfilm bereits besser ausgearbeitet und verfehlen ihre Wirkung nicht.
Trotz einiger Ungereimtheiten in der Story und der widerwärtigen Tiermorde kann man diesen Film für Kannibaleninteressierte durchaus empfehlen.