James Sullivan und Mike Glotzkowski besuchen die Monster-Universität mit dem Ziel, einmal Erschrecker zu werden. Während es sich bei ersterem um einen talentierten aber faulen Spross aus einer bekannten Erschreckerfamilie handelt, ist letzterer ein überaus ambitionierter und fleißiger Emporkömmling. Angesichts der unterschiedlichen Charaktere sind Konflikte zwischen den beiden vorprogrammiert, die sie schließlich ihren Studienplatz kosten. Ihr einziger Ausweg besteht nun darin, zusammenzuarbeiten und einen Erschreckerwettbewerb zu gewinnen, um das Studium wieder aufnehmen zu können.
Seit 2006 erscheint jährlich nur ein einziger Animationsfilm aus den Pixar-Studios in Spielfilmlänge und nicht selten gehört dieser zu den Highlights des Kinojahres. Dies ist zuletzt etwa 2008 mit „Wall-E“, 2009 mit „Oben“ und 2010 mit „Toy Story 3“ gelungen. 2013 sollte es dann also die „Monster Uni“ sein, das Prequel zum Pixar-Film „Die Monster AG“ von 2001. Dieser zeichnete sich, wie so viele Pixar-Filme, durch innovative Grundideen, Charaktere mit Herz sowie eine charmante Inszenierung aus und konnte somit sowohl die großen, als auch die kleinen Zuschauer begeistern.
Das ist der „Monster Uni“, vom Regie-Neuling bei Pixar Dan Scanlon inszeniert, leider letztlich nicht so gut gelungen. Dabei stimmt vieles von dem, was die vorherigen Pixar-Filme auszeichnete. Die Figuren sind sympathisch, auch wenn Sullivan anfangs allzu überheblich dargestellt und Glotzkowski als Streber überzeichnet wird. Mit der Wandlung und der aufkommenden Freundschaft zwischen den beiden können dann aber wichtige Sympathiepunkte verbucht werden. Auch ansonsten zeichnet sich der Film durch nette, kauzige Figuren aus, durch Monster, die liebevoll gestaltet und gut animiert sind, womit der Schauwert durchaus hoch ist. Zudem baut Scanlon einige Gags ein, ohne die Figuren lächerlich zu machen oder der charmanten Machart des Films zu schaden. „Die Monster Uni“ ist also ein weiterer Pixar-Film, der Herz und Seele hat und auch den erwachsenen Zuschauer auf solidem Niveau zu unterhalten weiß. Leider kommt er im Gegensatz zu vielen anderen, auch zum Vorgänger, nicht über das Mittelmaß hinaus.
Denn der Handlung fehlt es leider ein wenig an originellen Ideen, Scanlons Inszenierung an Konsequenz. In „Oben“ wählte man als Protagonisten noch einen griesgrämigen alten Mann, was für einen Kinderfilm eigentlich unvorstellbar war. In „Wall-E“ setzte man eingangs auf die grandiosen Bilder, mutete den Zuschauern dabei lange Schweigephasen zu. In „Toy Story 3“ ging man nach den beiden Vorängern einen Schritt weiter, man zeigte voller Melancholie, wie sich ein zum Teenager gereifter Junge von seinem Spielzeug entfremdete. „Die Monster Uni“ ist leider ein Schritt zurück und das nicht nur deshalb, weil es sich um ein Prequel handelt.
Der Film schlägt bereits früh die Handlungsbahn einer klassischen High-School-Klamotte ein und vermag es dann im Folgenden leider nicht mehr, diese zu verlassen. Zwar wird mitunter clever mit den Stereotypen des Genres gespielt, etwa den angesagten bzw. weniger angesagten Studentenverbindungen, letztlich werden aber auch zu viele im Verlauf des Films einfach so verarbeitet, womit das Geschehen durchweg kalkulierbar ist. So wird der Schreckerwettbewerb, der einen Großteil der Handlung mit immer neuen Herausforderungen einnimmt, leider nicht wirklich spannend. Letztlich will man von Pixar einfach etwas mehr sehen, als eine nette Highschool-Komödie mit sympathischen Monstern. Etwas mehr Innovation, vielleicht auch ein Schuss Anarchie, hätten dem Film definitiv gut getan.
Fazit:
„Die Monster Uni“ überzeugt zwar mit sympathischen Figuren und einer charmanten Machart, ist letztlich aber kalkulierbar und zu sehr an klassischen High-School-Filmen orientiert. Von Pixar erwartet man einfach mehr Ideenreichtum, was jedoch nicht heißen soll, dass der Film schlecht ist.
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