Review
von mülltonne
Nun wird sich in Bulgarien gerächt!
Steven R. Monroe gelang 2010 mit seinem Remake des berühmt berüchtigten Rape & Revenge - Kloppers "I Spit on your Grave" von 78´ das Kunststück ein überzeugend bösartig in die Magengrube schlagendes Etwas von Film auf Zelluloid zu Bannen, was allen voran den Rachepart vergrößerte und mit einigen kruden Folterszenen versah, die es in ihrer Wirkung wirklich in sich hatten und einer Schlusspointe die einen Hauch Sarkasmus mit sich trug.
Dieser augenscheinliche Sarkasmus fehlt hier allerdings, dafür wurde das nicht weniger sadistische Treiben der weiblichen Hauptfigur Katie (souverän Jemma Dallender) mit einigen ironischen Überspitzungen in Szene gesetzt und wirkt aufgrund einiger Locations noch dreckiger und spart allen voran in der letzten halben Stunde nicht an Abartigkeiten und Brutalitäten. Handwerklich kann man den Film nichts absprechen und zuweilen gibt es viele ruhige Momente, die eine teils verstörende und überaus zerstörerische Atmosphäre aufbauen, die in einem Rachepart gipfelt der einen gehörig Schlucken läßt, allerdings sin die Antagonisten auch so Klischeehaft gezeichnet bzw. leicht überzeichnet, das sie diese visuelle Bestrafung wirklich verdient haben und damit kann man dem Film wie schon seinem Vorgänger Plakativismus vorwerfen, allerdings gehört das wohl zu dieser Art von Genre.
Schlussendlich ist "ISOYG2" kein wirkliches Sequel, da die Story aus dem Remake nicht fortgesetzt, sondern lediglich variiert wird und inhaltlich keinerlei Überraschungen bereithält, mal abgesehen von den Folterszenarien die hier abgefackelt werden, dafür aber mit einer guten Hauptdarstellerin und ebenso solide aufspielenden Opferpart aufwarten kann. Der Rape - Part ist gewohnt in unangenehm anzusehen, allerdings bleibt Monroe in einem gewissen akzeptablen Rahmen, ohne allzu Schmudddelig zu werden (Kopfkino reicht auch aus) und daher funktioniert Teil 2 auch als guter Rachethriller. Für zartbesaitete Naturen ist vom Konsum dieses teils stillen und überaus brutal nihilistischen Filmes abzuraten.
Sunfilm hat sich wie schon beim Vorgänger mit dem Kauf der Rechte für Deutschland allerdings keinen Gefallen getan und somit ist mehr oder minder mit einer extrem gekürzten (insbesondere der Rachepart) zu rechnen und eine Indizierung bzw. Beschlagnahme der Unrated - VÖ dürfte so sicher wie das Amen in der Kirche sein!
Fazit: Geradlinig, dennoch durchaus emotionaler Thriller mit einigen sehr heftigen Gewalteruptionen und stillen Momenten zum Inne halten.
7,5 von 10 Elektroschocks