Review

Keine Gefangenen... & vollkommen zufrieden damit!

Da bekommt ein in sich komplett abgeschlossenes Remake von 2010, eine Fortsetzung, die außer dem Motiv, nichts mit dem Vorgänger gemein hat. Da könnte man schnell zum Schluss kommen: unnötiger geht es nicht. Tja, einerseits stimmt das. Andererseits haut "I Spit On Your Grave 2" dir so unbarmherzig hart & erfreulich in die Magengrube, dass man zwar fast als Zuschauer schon Blut spuckt, jeder Horrorfan dabei aber diabolisch Grinsen muss.

In Teil 2 der (mittlerweile) berühmt-berüchtigten Rache-Remake-Trilogie, wird ein cooler Szeneriewechel vollzogen & das Backwood-Setting des Vorgängers gegen den gegensätzlichen Big Apple getauscht. Zwar genauso grau, genauso unmenschlich & eigentlich genau dieselbe Geschichte, jedoch seltsamerweise frisch genug. Ein hübsches Model will sich bei einem Fotoshoot nicht ausziehen, bekommt prompt die Vergewaltigung eines der schwanzgesteuerten Monstermänner & wird dann sogar in ein Hostel-ähnliches Ostblockszenario verschleppt. Dort geht ihr Martyrium weiter, bevor ihre unausweichliche, brutale & verdiente Rache an den perversen Bestien folgt. 

Das klingt wesentlich gewöhnlicher & banaler, als der Film dann letztendlich wirkt. Ein unheimlich düsterer & rauer Rape&Revenge-Mix aus dem Vorgänger, "Hostel" & "Muttertag", jedoch härter als alle drei zusammen. Die Rachemethoden sind realistischer denn je, wenn auch nicht ganz so ausgefallen, eher bodenständig. Dafür ist der ganze Missbrauch der unheimlich hübschen jungen Frau fast kaum auszuhalten. Ihre Darstellung ist ein absolutes Highlight & steht dem ihrer Vorgängerin nicht nach. Ihre Peiniger verblassen dagegen manchmal etwas zu Karikaturen & Abklätschen. Müsste ich mich zwischen den beiden Teilen entscheiden, fällt mir die Wahl aber unerwartet schwer. Teil 2 fesselt genauso & nimmt dir noch mehr die Hoffnung, macht noch wütender. Teil 1 ist dafür hübscher & kunstvoller. Die dunkle, teilweise höllische Atmosphäre des Sequels erinnert dagegen oft eher an das französische Terrorkino. Für Fans des Subgenres zwei unverzichtbare Beiträge & eine Messlatte in Sachen Härte in Hollywood.

Fazit: härter, unlogischer, rauer - wer gedacht hätte, dass 2010er Remake könnte in Sachen unangenehmer Intensität & Brutalität nicht getoppt werden, wird hiermit heftig überrascht. Nur die ganz Harten kommen in diesen Rache-Garten!

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