Robin Williams spielt einen cholerischen Anwalt, der seine Mitmenschen seit dem Tod des Sohnes mit seinen Wutausbrüchen und seiner missgelaunten Art von sich stößt. Er geht auf Distanz zu seinem Bruder, gespielt von Peter Dinklage, zu seiner Frau, gespielt von Melissa Leo, und spricht nicht mehr mit seinem anderen Sohn. Als er nach einem kleinen Verkehrsunfall ins Krankenhaus geht, stellt die behandelnde Ärztin, gespielt von Mila Kunis, ein Aneurysma im Gehirn fest. Energisch nach der Lebenserwartung gefragt, entgegnet die gerade etwas niedergeschlagene Ärztin im Affekt, dass dem Kranken nur noch 90 Minuten verbleiben würden. Der Patient stürmt daraufhin aus dem Krankenhaus, noch bevor sie ihn über alles Weitere aufklären kann. Sie beschließt, den Mann, der durch Brooklyn irrt, um sein Leben ins Reine zu bringen, zu suchen und zurück ins Krankenhaus zu bringen.
Da Hauptdarsteller Robin Williams, der hier einen todkranken Anwalt verkörpert, noch vor der Veröffentlichung des Films tatsächlich verstarb, hat „The Angriest Man in Brooklyn“ die eine oder andere bedrückende Szene. Besonders die Sequenz, in welcher sich der Protagonist in einem Moment tiefster Depression von der Brooklyn-Bridge stürzt, erinnert frappierend an die tatsächlichen Todes-Umstände des Oscar-Preisträgers. Die Tragi-Komödie als solche, die selbst in den Staaten nur in ausgewählten Kinos zu sehen war und in Deutschland direkt auf DVD veröffentlicht wurde, verbucht ansonsten aus eigener Kraft aber überhaupt keine emotionalen Höhepunkte.
Dafür mangelt es zu sehr an echten Gefühlen. Das Mitleid für den aufbrausenden Unsympathen hält sich selbst nach der Schockdiagnose nämlich zunächst einmal in Grenzen und daran ändern der arg konstruierte, tragische Background sowie auch die inspirationslosen Rückblenden leider wenig. Für etwas Kurzweil sorgen immerhin die Wutanfälle, bei denen Williams zu großer Form aufläuft. Etwas interessanter ist da noch die Ärztin, die Mila Kunis in einer ausgesprochen Mitleid erregenden Weise verkörpert. Die Idee, dass der Anwalt nur noch 90 Minuten zu leben haben könnte, ist dann zwar alles andere als neu, bringt aber durchaus Bewegung in den Film.
Was dann folgt, ist eine von „Sneakers - Die Lautlosen“-Regisseur Phil Alden Robinson zügig erzählte Hatz durch Brooklyn, die mit ein paar gelungenen Wendungen und dem einen oder anderen auflockernden Gag für soliden Kurzweil sorgt, zumal der Film ja nach nicht einmal 90 Minuten endet. Dennoch ist „The Angriest Man in Brooklyn“ durchgehend zu konventionell und zu platt, um wirklich emotional zu packen. Am Ende wird dann auch mit Kitsch leider nicht gegeizt, während die Hauptfigur eine alles andere als glaubwürdige 180°-Wende vollführt.
Fazit:
„The Angriest Man in Brooklyn“ ist, wenngleich zeitweise amüsant und kurzweilig, doch ein Film, der wohl kaum längerfristig in Erinnerung bleiben dürfte, weil er zu konventionell, platt und melodramatisch ausfällt, um emotional wirklich packen zu können. Schade um das namenhafte Darstellerensemble.
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