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Gegen Ende des 2. Weltkriegs ist ein sowjetisches Spezialkommando auf dem Weg zu einem geheimen deutschen Bunker irgendwo in den russischen Wäldern unterwegs, wo die Nazis mit Untoten experimentieren, die dann als "Superwaffe" auf künftigen Schlachtfeldern agieren sollen. Nachdem die Russen einen deutschen Konvoi niedergemetzelt haben, werden sie zunächst überwältigt und finden sich als Gefangene in ebenjenem Bunker wieder, wo sie ebenfalls als Versuchskaninchen herhalten sollen. Dennoch gelingt es Dolokhov, dem Anführer der Russen, sowie einem Gefolgsmann, sich zu befreien - in bekannter Rambo-Manier nieten sie die gesamten SS-Wachmannschaften unter dem Kommando von Hauptmann Strasser um und beenden damit die Nazi-Zombie-Experimente...

Der dritte Teil des Outpost-Franchise - Operation Spetsnaz - kam ein Jahr nach dem miserablen zweiten Teil (Black Sun) heraus und ließ eine schauderhafte Fortsetzung befürchten - erfreulicherweise jedoch ist es nicht ganz so schlimm gekommen, denn dieser letzte Teil ist ein nahezu eigenständiger reiner Kriegsfilm, auch wenn sich die Thematik erneut um Nazi-Zombies dreht. Der Horror-Anteil wurde auf ein Minimum reduziert zugunsten einiger Action- und Gore-Effekte, und im Endeffekt kämpfen sich die russischen Helden den halben Film lang durch dunkle Gänge und schwere Eisentüren im Bunker, nur zeitweilig unterbrochen von Herumballern, Abstechen und Handgranaten werfen. Die Akteure sind der mit übermächtigen Kräften ausgestattete Dolokhov (Bryan Larkin), der die Bunkerbesatzung quasi im Alleingang ausschaltet, während sein Sidekick Fyodor (Iván Kamarás) ihm Rückendeckung gibt, solange er dies noch kann. Ihnen gegenüber stehen ein bis ins Groteske überzeichneter Klischee-SS-Führer namens Strasser sowie dutzende Hohlbirnen als Wachmannschaften, die sich vollkommen hirnlos anstellen und ausschließlich als Kanonenfutter für den Russen-Rambo dienen.  

Operation Spetsnaz ist also ganz auf den britischen Hauptdarsteller Bryan Larkin zugeschnitten, der entfernte Ähnlichkeit mit dem Franzosen Jean Reno hat und sich hier als russischer Superman Dolokhov austoben darf, indem er humorlos ganze Reihen von SS-Soldaten niedermäht ohne selbst einen nennenswerten Treffer zu kassieren. Selbst die Nazi-Zombies, die mal wieder wie rasende Infizierte aus 28 day later auftreten, können ihm nichts anhaben. Solchermaßen als eisenharter Killer ohne weitere Eigenschaften charakterisiert, kann er jedoch auch keinerlei Sympathiewerte verbuchen - das gilt übrigens für alle Akteure des Films: Ähnlich wie in Rambo II die vietnamesischen Wachen agieren hier die SS-Mannschaften als bloßes Statisten-Schlachtvieh, während der eher kleinwüchsige Strasser mitteilungsbedürftig seine Vorträge hält, bis er vom sowjetischen Rambo erledigt wird - der entsprechende Part in Rambo II (Colonel Podowsky) war da allerdings überzeugender als Oberschurke.

Die beiläufig eingestreuten Textpassagen von der Überlegenheit der roten Armee, der siegreichen Rasse der Russen, der kolportiert jammernden Deutschen und daß "wir Russen eben so sind" lassen Operation Spetsnaz zumindest einen Augenblick lang als typisches Produkt von Vladimir Putins breitgefächten Desinformationskampagnen erscheinen, in denen seit einigen Jahren u.a. wieder sowjetisches Gedankengut propagiert wird à la "Väterchen Stalin war ja gar nicht so schlecht..." Aber nicht Russia Today steht hinter diesem Franchise, sondern der Brite Kieran Parker, der als Produzent schon bei den ersten beiden Teilen mit dabei war und der hier den u.a. in Schottland gedrehten und produzierten Film als sein erstes längeres Werk abliefert.

Was man diesem Film - im Gegensatz zum zweiten Teil und thematisch ähnlich gelagerten Nazi-Zombie-Streifen - zugute halten muß, ist die straigt durcherzählte Geschichte (mit Anfang und Ende) des Spezialisten Dolokhov, der in der allersten Szene des Films als alter Mann Schnaps in sich reinkippt und dann die Geschichte seiner Einheit erzählt: zwar rückblickend, aber in der damaligen filmischen Gegenwart - und mit derselben Szene schließt dann auch der Film. Die Locations in Bunker und Wald (abgesehen von einer viel zu sauber asphaltierten breiten Straße) und die Requisiten wie ein Opel Blitz oder die (weitgehend) deutschen Uniformen sind passend gewählt (wobei dies ein wenig verschwimmt, da Dolokhov und Fyodor beide in erbeuteten Uniformen kämpfen, sodaß meist SS-Uniformierte auf SS-Uniformierte schießen) und einige gorelastige Szenen (ein Hackebeil im Schädel, ausgedrückte Augen oder auch in Hundemanier an Menschen nagende Zombies) sind erstaunlich deutlich dargestellt und werden (in der ungekürzten Fassung) auch lange genug gezeigt.
Plottechnisch eher fragwürdig bleibt die lange und ausführliche Vorstellung der Aktivitäten im Bunker durch Oberfiesling Strasser, der damit zwar dem Zuschauer nahebringt, um was für Experimente es sich hier handelt, seinen nur als Probanden vorgesehenen russischen Gefangenen somit jedoch ungewöhnlich (fast schon unglaubwürdig) offen gegenübertritt. Diese dürfen sich dann in zwei Runden Gladiatorenkämpfen gegen die Infizierten beweisen, und ab da weiß man auch, wie der Film ausgehen wird.
Wer auf völlig humorbefreite harte Kriegsaction ohne die geringsten Zwischentöne steht, der wird an dieser schwarz-weiß-Schablone einer WW2-Fiktion Gefallen finden, mir war sie zu eintönig. 4 Punkte.

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