Ja,ja die liebe FSK...
WIe oft ging SIe schon dem geneigten Horror und Actionfreund auf die Nerven. So manche Freigabeverweigerung sorgte dafür das Label ihre Filme kürzen mussten oder gar nicht in Deutschland rausbrachten. Arm an alternativen hatte der deutsche Konsument solcher Machwerke kaum eine andere Wahl als im Ausland nach nach dem gewünschten Streifen zu suchen...
Josh C. Wellers "Raze" hätte bei einem anderen Label wohl das selbe Schicksal ereilt, doch nicht beim noch recht frischen Label "Pierrot le Fou". Nachdem nähmlich selbst eine um 11 Minuten verstümmelte Version, der FSK zu hart war entschied man sich den Film einfach der Spio vorzulegen, welche dem FIlm ihr Siegel gab. So darf der Streifen zwar nicht in diversen bekannten Elektronikfachgeschäften vertrieben werden, aber der in Deutschland lebende Filmfreund darf sich über eine unzensierte Fassung errfreuen.
Für diese Entscheidung erst mal ein dickes Chapeau an das Label Pierrot Le Fou.
Netter Nebeneffekt an der Sache... immer wenn die FSK bei einem Filmchen zu sehr rumzickt... ist das natürlich auch ein wenig Werbung...
So war meine Erwartungshaltung an "Raze" was den Härtegrad angeht eigentlich schon recht hoch.
Aber erstmal zur Story, welche recht schnell erzählt ist:
50 Frauen werden brutal aus ihrem Leben gerissen. Betäubt und entführt wachen sie in einem Gefängnis auf und werden fortan gezwungen in Kämpfen auf Leben und Tod gegen andere Mitinsassen anzutreten.... wer sich weigert, bezahlt nicht nur mit seinem eigenen Leben, sondern auch mit dem Leben eines geliebten Familienmitglieds. Unter ihnen auch Ex-Marine Sabrina ( Zoe Bell) welche für das Leben ihrer Tochter kämpft....
Wenn man sich die Story von Josh C. Wallers Film so anhört könnte man meinen "Raze" könnte auch ca. 40 Jahre früher entstehen können. Weiber die sich in Gefängnissen auf die Nuss hauen gab es in den 70ern schon ziemlich häufig zu sehen, zwar nicht unbedingt als Hauptthematik aber dennoch recht oft.
Zwar wurde damals das Augenmerk auf ein wenig Gerangel und etwas nackte Haut gelegt aber die Parallele ist dennoch erkennbar.
Die Story verrät zudem die Marschrichtung des Films.
Denn das was die Story aussagt das bringt sie auch auf die Mattscheibe... Gewalt.
Große emotionale Momente sind genauso wenig vorhanden wie charakterliche Tiefe, große Schauspielkunst oder interessante Storytwists.
Was man leider auch als einen Minuspunkt ankreiden muss.
So wird nähmlich nicht wirklich viel über die Hintergründe preisgegeben, warum die Frauen auf Leben und Tod kämpfen müssen, es wird viel zu wenig über die Organisation im Hintergrund erzählt. Die Damen werden bis auf den Charakter von Sabrina, ebenfalls viel zu wenig beleuchtet, so das ein Mitfiebern mit den einzelnen Frauen kaum möglich ist.
So war es mir teilweise wirklich wurscht wer den da jetzt den Löffel abgibt oder nicht.
Zudem ist eigentlich bei so ziemlich jeden Fight vorher schon klar wer Siegreich hervorgeht...
Aber naja das ist bei dem Genre eigentlich ja sowieso schon ziemlich Standard.
Zur Action:
Die Kämpfe welche in einem Brunnenboden ausgetragen werden und ohne Waffen stattfinden, bieten das was der FSK wohl so sehr missfallen hat, eine gehörige Portion Gewalt. So fetzen sich die Damen extremst blutig und es werden unter anderem Augen ausgetrückt, Genicke gebrochen und auf Gesichter wird bis zur Unkenntlichkeit eingedroschen.
Der Härtegrad ist hierbei zwar teilweise recht hoch, leider wird aber wenig Abwechslung geboten. Die "Brunnenarena" wirkt auf Dauer einfach zu langweilig und Trist und einge der Kämpfe wirken einfach zu unspektakulär.
Im Showdown außerhalb der Arena wird dann aber wenigstens nochmal etwas gesplattert und man darf einen wirklich schlecht animierten CGI Einschuss bewundern.
Darstellerisch steckt Zoe Bell in ihrer ersten Hauptrolle die anderen Mimen ganz klar in die Tasche. Was aber auch daran liegt das einzig ihr Charakter etwas mehr beleuchtet wird. Der Rest des Ensembles spielt ok ohne aber für allzu große Begeisterungsstürme zu sorgen. Rosario Dawsons Rolle ist ziemlich klein und ist mir sogar erst aufgefallen als ich verdutzt bei den den Credits ihren Namen las.
Fazit:
"Raze" ist das was man bei so einem Film auch erwarten sollte.
Eine rohe Prügelorgie nicht mehr, aber auch nicht weniger. Zwar wirkt es im ersten Moment eher befremdlich wenn sich hier mal das weibliche Geschlecht die Birne einhaut, aber wer auf Streifen dieser Art steht, darf ruhig mal rein schauen. Alle anderen werden wohl eher enttäuscht sein. Zu wenig Charaktertiefe und zu wenig Abwechslung lassen den Film leider nicht über die Mittelmäßigkeit hinaus gehen. So vergebe ich auch nur mittelmäßige 5 Punkte.