Hochexplosive Mischung aus Politthriller/-drama in Verbindung mit einem Polizeiaction- und Heroic Bloodshed Film, in dem Regisseur Pepe Marcos, eher der Spezialist für das Zweitere die Emotionen bis zum überschwappenden Finale so richtig effektiv hoch kocht. Das Geschehen ist indirekt angelegt an die Ereignisse der Ermordung von Andres Manambit, ein sich Hineinsteigern in den Hass, in der die Familienclans der Manambits und der Samontes einen sogenannten Zermürbungskrieg getreu der 'Auge um Auge' Doktrin aus dem Alten Testament miteinander führten. [Direkt wurde die Tat und die Hinführung dazu in Andres Manambit: Angkan ng Matatapang (1992) von Ike Jarlego Jr., mit im Übrigen teils identischer Besetzung hierzu, dafür aber heillos im reaktionären Trash verfangen verfilmt.]:
Angeführt von Bürgermeister Placido [ Eddie Gutierrez ] haben die Canonigos die gesellschaftliche, politische und auch polizeiliche Macht in ihrer Gegend; ein Genuss der Alleinstellung, die ihnen momentan nur von der kommenden Wahl und der Aufstellung des Gegenkandidaten Fortunato Guerrero [ Robert Arevalo ] zunichte gemacht wird. Während sich die Konstellation durch den Besuch von Fortunatos Sohn Pepito [ Philip Salvador ], einem Western District Police Department Cop aus Manila samt Begleitung von Freundin Helen [ Maricel Laxa ] und seines besten Freund und Kollegen noch mehr zuspitzt, kommt sie endgültig zur Eruption, als bei dem Eingreifen in einem Drogendeal Placidos Sohn Eddieboy [ Kevin Delgado ] vom Gesetzeshüter getötet wird. Auf die erste Beerdigung folgt schnell die nächste.
Regisseur Marcos, der sich sowohl mit der Inszenierung von schnellen, blutigen Actionszenen als auch der Bebilderung von true crime Fakten in einer fiktionalisierten Behandlung auskennt, auch wenn er eher dem simplen Dramaturgisieren hinzu geneigt ist, widmet sich hier vermehrt dem Aufbau all des Geschehens. Dabei weist der Aufwand der Produktion – in der ganze Häuser in ihre Einzelbestandteile zerlegt und die Panoramen ausfüllende Detonationen geboten werden – , auch das gesamte Motiv der Bilderwahl und ihrer Montage und die oft auf Gesprächen bis rasch zu Diskussionen, also den verbalen Konfrontationen angelegte Narration auf ein größeres Ansinnen, allerdings durchaus mit dem Buhlen auch um ein aufgeschlossenes Publikum hin.
Auffällig ist vor allem die Unterscheidung in zwei konträre Plotstränge und ihre erst späte Zusammenführung zum eigentlichen Showdown, werden die Polizisten in Manila und die schon zu Beginn angespannte Situation auf dem Lande doch mit verschiedenen Augen und auch verschiedenen Interessen heraus betrachtet, Theoretisch springt der einzelne Film vermehrt hinein und wieder aus dem Hexenkessel heraus, quasi ein Berufs- und ein Privatleben, dass nach und nach nur eine Instanz gewinnt bzw. sich zu einer Instanz vermischt.
Bestimmender und auch dräuender in der Wirkung ist auf jeden Fall der Politische bzw. der auch seit Jahren als familiär und zur Ehre und Tradition gehörende Aspekt, wird die Situation auf dem Lande, dessen Struktur sich wie ein eigener kleiner Staat aufbaut, schon seit Jahren und Jahrzehnten von Natur aus als gegeben hingenommen und jede Neuheit als Widerstand dessen interpretiert. Die Aufstellung eines zweites Kandidaten für das Amt als Affront schlechthin, ebenso wie in dieser Phase des Lebensstils auch die einheimische Polizei nur als bessere Söldnertruppe und quasi Leibeigene und so mehr die Diktatur oder – je nach Sichtweise – auch die kontrollierte Anarchie agiert.
Das Eintreffen der Polizisten aus der Stadt sorgt schon zu Beginn für Ärger und Verdruss, schon allein deshalb, da jetzt nicht mehr Alles gehorcht und nicht mehr Alles nach den selbst aufgestellten Regeln und der Unordnung von Alkohol, Drogen und Sex im Übermaß und auch gegen fremden Willen funktioniert. Ein permanentes Umfeld der Feindseligkeit, voll mit drive-by-shootings und dem Verteilen von Handgranaten in der Gegend in loser Folge, beherrscht von der festen Überzeugung der Rache um jeden Preis und der Wahl der Waffen als letztes und einziges Mittel zur Kommunikation. Überhaupt gehören Pistolen und Gewehr hier im gesamten Ort und seiner Provinz, einem Hinterland weitab der sichtbaren Zivilisation, zum Haushaltsgegenstand schlechthin, wird kein Gang im Haus und schon gar keiner vor die Tür ohne die Waffe im Holster und die Pistole am Mann erledigt. Zeit genug also auch für die effektive Abwechslung im Geschehen, in dem sich nicht nur um Kopf und Kragen miteinander diskutiert, sondern auch tatsächlich an die Gurgel gegangen und die Wucht von Detonation und Destruktion gewürdigt wird.
Spekulatives und Spektakuläres wird trotz einer schon vorhandenen Ernsthaftigkeit, die ebenso wie der Versuch des dramatischen Epos angenehm zu schauen und auch zu würdigen ist, dennoch geboten. Werden Bankräuber im anliegenden Einkaufszentrum gestellt, Geiselnehmer während der vermeintlich geglückten Flucht aus der Windschutzscheibe des Autos gejagt, Kopfschüsse bei Razzien in gar schrecklich aussehenden Abwrackruinen und auch sonst emsig und ausdauernd die Munition in Umgebung und Körper verteilt. Und in scheinbar selbstmörderischer Absicht sich letztens Endes in diesem Bürgerkrieg auch gegen die dann doch heranrückenden Militärs gestellt.