Review

Basierend auf einer wahren Geschichte bzw. einer real existierenden Person, deren Leben und Erleben hier wie auch in doch äußerst häufig anzutreffenden true crime Filmen des Philippinischen Actionkinos fiktionalisiert und so dramaturgisch erst auf die richtige Größe aufgeblasen wird. Gerade der Pinoy Polizeifilm um 1990 herum hat eine wahre Flut an dergleichen Erzählungen hervorgebracht, Joe Pring: Homicide Manila Police (1989) plus Fortsetzung gar, Target... Police General: Major General Alfredo Lim Story (1989), Lt. Madarang: Iginuhit sa dugo (1993) usw., in denen schlagzeilenträchtige Gesetzeshüter, deren kriminelle Opponenten oder die Gesellschaft in ihrer Aktualität oder Spekulativität erregende Tatsachenereignisse wiedergegeben wurden. Batas sa Batas, 'Law on Law', berichtet dabei nach eigenen Ermessen von der Taten von Reynaldo Jaylo, einem Police Captain des WPD, im Kampf gegen die Drogen und ihre Auswirkungen. To protect & to serve:

Kapitan Jaylo [ Ramon 'Bong' Revilla Jr. ] könnte mit Virgie [ Monica Herrera ] und der kleinen Tochter Baby [ Sunshine Dizon ] ein theoretisch glückliches Leben in Manila führen, sieht sich in seinem Beruf und der Berufung aber immer wieder mit Kapital- und Gewaltverbrechen konfrontiert. Als er von seinem Vorgesetzten Major Mendoza [ Robert Arevalo ] ausdrücklich zu einer 'zero tolerance' Strategie empfohlen wird, zieht er während der folgenden strikten Vorgehen schnell die Aufmerksamkeit der lokalen Gangstergrößen auf sich, die um Anschläge auf sein Leben und das seiner Familie nicht verlegen sind. Selbst Freund und Kollege Orty [ Edu Manzano ] scheint als Hilfe dem gegenüber machtlos zu sein.

Gedreht und editiert abermals von Pepe Marcos, einem der umtriebigen und reputierten Actionregisseure des Landes, der sich während der Achtziger und frühen Neunziger ausgiebig mit durchaus ähnlich, oftmals den ewigen Widerstreit zwischen Recht und Unrecht und Ordnung und Unordnung angelegten Stoffen befasst hat, findet der Film seinen eigenen Konflikt. Auf der einen Seite die gewohnte Mischung aus dem gewissen Überhelden in Uniform, der zwar mit seiner Familie und dem gesamten Privatleben leicht zu hadern und auch nicht immer die Unterstützung von Vorgesetzten oder den Kollegen, aber letztlich eben die Moral und die Macht der Waffe, das Recht des Stärkeren auf seiner Seite hat. Dargestellt hier durch Revilla Jr., der geradezu prädestiniert für diese Rolle, nach jahrelangen Dreherfahrungen in ähnlichen Lagern auch selber wie als ideale Personifikation, als Identifikation für diese Art von Figur hin gewachsen und auch darstellerisch gereift ist, wird dabei durchaus eine Art Mythos evoziert. A Cop Fights Against Crime Never Ends.

Auf der anderen Seite der Kontrapunkt schlechthin, nahm die Karriere von Jaylo nur wenig später einen recht unrühmlichen, wenn auch gar nicht so sehr atypischen verlauf; eine Mordanklage wegen der Erschießung von vermeintlichen Drogendealern bei einer sogenannten "drug buy-bust operation", Mitte Juli 1990 im Parkhaus des Magallanes Commercial Center von Makati City, Metro Manila. Vor diesen Geschehnissen spielend, die problemlos eine weitere Episode mit hohen publikumsträchtigen Wert darstellen würde – die vermutlichen Dealer und so Beteiligten und Opfer des damaligen Schusswechsels gehörten allesamt des NoLCom, des Northern Luzon Command, und damit der Streitkräfte der Philippinen an – wird auch hier mit dem Fakt der Korruption, der der Schwierigkeiten von Macht und Hierarchie und der gewissen Allgegenwart der Gier nach dem schnellen Reichtum und des Mittels vom Handel mit Drogen, quer auch durch die Obrigkeit erzählt.

Dabei bleibt ein kleines Durcheinander in der Art und Weise der Behandlung des narrativen Stoffes nicht aus, ist die Szenerie im Grunde auf Realismus angelegt, bricht sich aber immer wieder in eindeutig überhöhte oder sonst wie praxisferne wie ausgefallene (Soap)Momente, dies auch minutenlang aus. Zuerst episodisch angelegt, ist die Handlung auch weitgehend unfokussiert, ein wenig zäh und erheitert sich anfänglich an diversen Aktionen zur Zeiten des Streifendienstes – man schießt eine Motorradgang von ihren Rädern oder einen Kindesentführer vom Dach –, selbst im Urlaub in der Provinz muss man sich vor einer einheimischen Bande verteidigen, die Hängebrücke entlang sprinten und die Gewehrsalven im Dschungel verteilen. Abenteuer pur, dass seine glorreichen Momente während nächtlicher Attacken per Handgranatenbeschuss findet und seine weniger glorreichen in einem weiteren Attentat, in dem die Familien- und Pferdekutsche der Jaylos von einem Auto in voller Fahrt gerammt wird.

So richtig interessiert an der Inszenierung selber wirkt Filmemacher Marcos auch nur in derlei Eskapaden, wie der Sprengung einer Totenfeier, oder dem sprichwörtlichen Zermalmen eines Schergen per Auto; zwar wird auch zuvor und nebenbei gerade die Sachlichkeit und die Einsamkeit des Widerstreiters Jaylo immer wieder thematisiert, aber auch immer wieder expandiert und dissoziiert. Marcos kann das schnörkellose Tränendrückerdrama, hätte aber lieber das Polizei- und Gangsterepos, diesmal auch vermehrt auf Stunts und Effekte bedacht, und wiederstellt sich dieser Disparität auch nicht, sondern macht Beides, auch wenn es mit Biegen und mit Brechen ist.

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