Als Fan von Filmen wie „Still Crazy“, „Rock´n Roll Highschool“, „Airheads“ und „School of Rock“ habe ich mich natürlich sehr auf die Veröffentlichung dieser britisch-kanadischen Co-Produktion gefreut, auch wenn hier zum Leidwesen jener Fans der oben genannten Titel viel zu wenig gerockt und gerollt wird. „Global Hersy“ ist eine ruhige aber stellenweise recht witzige Komödie, die mehr auf das Treffen der Generationen und zweier Gesellschaften anspielt, als das Thema Rock´n Roll zu intensivieren. Man kann sogar sagen, dass die Musik hier eher die zweite Geige spielt, was nicht unbedingt schlimm sein muss, doch Regisseur Sidney J. Furie tut sich mit dem leichten und durchschaubaren Plot sichtlich schwer, eine durchweg unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Zu oft läuft Furie Gefahr den Zuschauer durch eine viel zu unspektakuläre Inszenierung zu langweilen, tritt in vielen Szenen permanent auf der Stelle und bringt die Handlung nicht voran. Dass der Film dennoch recht unterhaltsam geworden ist, hat er dem Staraufgebot zu verdanken. Die Show gehört hier eindeutig Peter O´Toole (“Caligula“) und Joan Plowright (“101 Dalamtiner“), die hier als Lord und Lady Foxley zu sehen sind und sich auf ihrem eigenen Landsitz als Bedienstete ausgeben müssen, da sie so hoch verschuldet sind, dass niemand mehr bei ihnen arbeiten will. So können sie sich wenigstens ein paar Tausend Pfund von der Rock-Band verdienen, die aufs Land geflüchtet ist, um sich in aller Ruhe und ohne Einfluss der Plattenfirma auf ihre neuen Songs vorzubereiten. Aber anstelle uns einen Song nach dem anderen zu bieten, haben die Jungs und die neue Bassistin Natalie (Alicia Silverstone) genügend andere Probleme und stehen kurz davor von ihrem Label übern Tisch gezogen zu werden, ohne dass sie es überhaupt merken würden. Das Label will die absolute Kontrolle über die Band und deren Entscheidungen haben, so dass sie der Gruppe vorgaukelt, dass sie an den Gewinnen der Merchandise-Artikel beteiligt werden und dabei mit einer kleinen Klausel ihre Seele verkaufen. Nichts ahnend von den finsteren Machenschaften der Studiobosse, genießen sie erst einmal ihr Leben und widmen es ganz dem Basketball spielen, kiffen und den Lord zur Weißglut zu bringen. Dieser ist gar nicht angetan, so zu tun als wäre er der Butler. Aber dass auch in der Band nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, steht schon mal nach wenigen Minuten fest. Die erste Streiterei gibt es mit Natalie, die für den spurlos verschwundenen Gründer und Bassisten der Band einspringt und einen frischen und aggressiven Sound in das Spiel einzubringen versucht. Ganz zum Leidwesen von Flit (Keram Malicki-Sánchez), der in Ben immer eine Art Bruder gesehen hat. So geraten beide unliebsam aneinander...
Alicia Silverstone ist, wenn man es so sagen darf, die absolute Fehlbesetzung für ihre Rolle (ich hätte mir lieber eine richtige Rock Bitch gewünscht) und verblasst an der Seite von O´Toole völlig. Entweder sie kann nicht schauspielern (sie hat ja schon das Gegenteil bewiesen) oder sie hatte einfach Angst an der Seite einer Legende zu stehen. Ganz anders gibt sich hier Lochlyn Munro (“Freddy vs. Jason“, “Dracula 2000“) als der durchgedrehte und ständig bekiffte Dave, der keinerlei Berührungsängste mit dem Altstar zu haben scheint. Aber auch wenn gerade O´Toole hier für die meiste Erheiterung sorgt, bleibt nach dem Genus von “Global Heresy“ ein etwas leeres Gefühl in der Magengegend zurück. Hier fehlt es einfach an der nötigen Action, es gibt keine richtigen Höhepunkt, kein Konzert und das Ausspionieren der Plattenfirma wird viel zu überspitzt dargestellt und wirkt etwas aufgesetzt statt witzig. Daher kann eigentlich nur die Begegnung zwischen dem konservativer Landadel und der chaotischen Band als Highlight bezeichnet werden, in dem beide Seiten lehrreiche Erfahrungen sammeln und am Ende - wie sollte es auch anders sein - die besten Freunde werden. Doch leider reicht das nicht aus um den Zuschauer wirklich bei Laune zu halten, aber für einen kurzweiligen Filmeabend, wenn mal gerade nichts in der heimischen Glotze läuft, reicht es allemal.