Review
von Leimbacher-Mario
Fluchstabensuppe
Nachdem die Chucky-Reihe wieder fast ein Jahrzent Pause eingelegt hat, lässt Don Mancini die nicht tot zu kriegende Mörderpuppe wieder einmal auferstehen - dieses Mal in einem alten Herrenhaus, bewohnt von einer gelähmten jungen Frau und ihrer Mutter...
Man kann es nicht anders sagen: „Seed of Chucky“ hat dem Franchise brutal weh getan und war eine halbgrosse Katastrophe. Da brauchte es etwas Zeit plus viel Herzblut, Willen, Mut und Umdenkungsprozesse von Don Mancini, die Reihe doch noch mal hochzufahren. Vor allem dermaßen überraschend ernst, düster und brutal wie mit „Curse of Chucky“, den man sich wirklich die meiste Zeit sehr gut geben kann. Setting und Budget sind in einem solchen DTV-Outing natürlich begrenzt, doch Mancini betreibt mit diesem sechsten Teil der Reihe durchaus solide Wiedergutmachung. Chucky wirkt seit langem mal wieder wirklich bedrohlich und erbarmungslos, es entsteht durch die alte Villa überraschend sogar etwas Gothic Grusel-Flair, Fiona Dourif zu besetzen ist ein Geniestreich, der voll aufgeht. Nach den Credits gibt’s noch ein ganz, ganz tolles Wiedersehen und die Kills können sich weitestgehend auch sehen lassen. Dazu der Bogen zum Original mit der „Sonnenblumen“-Rückblende. Das passt, das hat wieder Momentum für die kultige Reihe erzeugt. Nicht nur bei mir. Die letzten Minuten und notgedrungenen Verbindungen zu den anderen Teilen wirken erzwingen und suboptimal, es sind die Figuren in Überzahl, die man schon direkt nach ihrem Ableben vergessen hat. Und wirklich viel Dialog bekommt Brad Dourif hier nicht, lange Zeit wird Chucky unter Verschluss und im Schatten gehalten. Aber im Ganzen halte ich „Curse of Chucky“ für gelungen, garstig und gut guckbar.
Fazit: back to the roots. Ernster, gruseliger, simpler. Ganz am Ende dann noch unnötig „verbindlich“. Bis dahin aber ein erstaunlich kompromissloser „Restart“ DTV-Style.