In Hongkong wird ein Undercover Cop gemeuchelt. Er war in einer Bande eingeschleust wurden, die sich auf Diamantendiebstähle spezialisiert hat. Die Hongkonger Polizei versucht nun den jungen, ungestümen Cop Ko Chow in diese Bande einzuschleusen. Und die Zeit drängt, da die Bande bald wieder zuzuschlagen droht. Ko Chow erschleicht sich schnell das Vertrauen von Anführer Fu und wird auch angehalten, an einem Überfall teilzunehmen. Zunehmend wird Ko Chow immer faszinierter von dem Milieu, zumal er in Fu einen echten Freund gefunden zu haben scheint und seine eigenen Kollegen ihm im Nacken hängen, da diese ihn für einen Überläufer halten.
Was bitte ist denn hier passiert?
Regie Ringo Lam, Hauptdarsteller Chow Yun Fat, DVD mit keine Jugendfreigabe, wenn sich das nicht nach klassischer Harter Hong Kong Bloodshed Schule um Ehre, Freundschaft und Verrat anhört, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Diesen Erwartungen kann City of Fire (der zudem weder verwandt noch verschwägert mit Cover Hard ist, obwohl er als Fortsetzung tituliert wurde) nicht nur nicht erfüllen, sondern unterschreitet meiner Meinung nach sogar den Durchschnitt dieses HK-Subgenres.
Größter Schwachpunkt ist dabei der Storyaufbau. Es gibt gerade mal zwei Actionszenen, die aber mit unspektakulären Schießereien ablaufen und meiner Meinung nach sogar mit FSK 16 durchgehen würden. Dazu kommt, das das entscheidende Motiv des Bloodsheds im Grunde gar nicht vorkommt, sondern lediglich gegen Ende mit einer zuvor wenig etablierten Freundschaft unbefriedigend abgehandelt wird.
Stattdessen vergeudet man gefühlte Ewigkeiten mit den Streitereien von Ko und seiner Verlobten, die an Sinnlosigkeit und mangelndem Zusammenhang zum Film kaum zu überbieten sind. Weder wird die Dame (die auch schön die gängigen Modevorgaben der letzten Jahrzehnte, wie Achselrasur, ignoriert) bedroht, entführt oder sonstwie in die Geschichte eingebunden, also was soll der Terz? Da ist die Figur des Onkels wesentlich interessanter, dessen Kompetenzgerangel mit dem jugendlichen Schnösel (wirft kein gutes Licht auf die HK Polizei, wenn die Partner gegenseitig die Undercover Agenten enttarnen) und den Altersproblemen gerne mehr Zeit eingeräumt werden könnte, wenn man schon den Dramaanteil so ausführlich in den Vordergrund rückt.
So bleibt dann doch ein überlanger Cop Thriller ohne jegliche Besonderheiten über. Es gibt einfach zu viel Drama und Zu wenig Kawumm, um den Zuschauer dauerhaft zu binden. Von den humorig gemeinten Einlagen will ich dabei gar nicht erst reden. Dann doch lieber zum fünften Mal a better tomorrow anschauen.
4/10