„Das sind doch bloß Wüstenfrösche!“ (Nein – höchstens Wüstenfüchse.)
1983, nur ein Jahr nach dem bereits unfassbar miesen „Diamonds of Kilimandjaro“, drehte der spanische Viel- und Billigfilmer Jess Franco („Faceless“, „Die Säge des Todes“) in spanisch-französischer Koproduktion den Zombie-Film „Oase der Zombies“, der sich leider (anti-)qualitativ in exakt derselben Region einsortiert.
Im Verlaufe des Zweiten Weltkriegs schossen sich englische und nazideutsche Soldaten in einer nordafrikanischen Oase gegenseitig über den Haufen. Da sie einen millionenschweren Goldschatz mit in den Tod nahmen, versuchen Jahrzehnte später ein paar Goldgräber, diesen zu heben. Jedoch wird dieser noch immer von der untoten Wüstendivision bewacht und so nimmt das Unheil seinen Lauf. Als später neue Goldsucher die Oase aufsuchen, wiederholt sich das Spielchen.
„Wir machen Molotow-Cocktails, wie in der Schule!“ (Na klar!)
Was Franco mit „Oase der Zombies“ abgeliefert hat, spottet eigentlich jeder Beschreibung. Im Prolog hält er zunächst unverhohlen auf die Hot-Pants zweier Mädels, um im weiteren Verlauf mittels ruckeliger und ungelenker Kameraführung eine hirnrissige Geschichte auf ebenso hirnrissige Weise zu erzählen. Die unbeweglichen Zombiemasken passen dabei prima zum schauspielerischen Niveau seiner Darsteller (trotz Namen wie Manuel Gélin („Ein mörderischer Sommer“) und Eduardo Fajardo („Django“)), die rar gesäten Spezialeffekte sind zum Abwinken schlecht. Einmal wird ins Gekröse gegriffen, ansonsten ausschließlich ins Klo. Die wenigen Zombieattacken werden zusammengehalten von einer unfassbar lausigen „Story“, die zum Einschlafen langweilig abgerissen wird und vor unlogischem Schwachsinn auch abseits der Zombiethematik nur so strotzt. Die unmotiviert heruntergeratterten Dialoge sind ein Fall für sich und zumindest hin und wieder für unfreiwillige provozierte Schmunzler gut. Die gesamte einschläfernde Angelegenheit wirkt vollkommen lieblos und unmotiviert, dazu extrem dilettantisch vor die Füße gerotzt. Für die Kriegsszenen bedient er sich bei Ausschnitten eines anderen Films und verwendet ein und dieselben gleich mehrmals. Dramaturgisch ist „Oase der Zombies“ mit seinen Rückblenden und ständigen Wiederholungen eine absolute Nullnummer, woran auch der nervende Orgel-Soundtrack nichts ändert – auch wenn er noch so sehr versucht, Spannungsmomente zu betonen. Wo nichts ist, kann auch nichts betont werden.
„Ich bin‘s, ich bin‘s, huhu, ich bin‘s, ja, ich bin’s!“ (Wer?)
Da tragen ausgetrocknete afrikanische Zombies Regenwürmer im Gesicht spazieren, werden chronologische Gesetzmäßigkeiten einfach ebenso ignoriert wie Sitten, Gebräuche und Kulturen, da werden statt Zombies schlecht modellierte Puppen in die Kamera gehalten, angezündet und die Zombies bei Tageslicht mir nichts, dir nichts weggeblendet und dergleichen mehr. Vor allem aber wird sogar der Trash-Fan nicht nur grob fahrlässig, sondern geradezu vorsätzlich gelangweilt bis zum Gehtnichtmehr. Nein, sich dieses idiotische Machwerk anzuschauen, ist wahrlich kein Spaß. Vollkommen seelenlos ist Franco hier zu Gange, von dessen filmischer Obsession und seinem Faible für Abseitigkeiten, Fetisch und Erotik nichts, aber auch gar nichts zu sehen ist. „Oase der Zombies“ ist ein lieblos zusammenverhunzter Billigststreifen auf unterem Amateurniveau, der im Prinzip lediglich mit seinem spaßigen Prolog und kurzzeitig mit einigen seiner Unzulänglichkeiten unterhält, bevor er sich wieder an Arbeitsverweigerung grenzend mühsam durch seine rund 80 Minuten quält. Jedes weitere Wort wäre eine noch weniger zu rechtfertigende Zeitverschwendung als das Ansehen des Films, ein potentielles Publikum sei nun genug gewarnt. So haben wir nicht gewettet, Jess.