Irgendwo in den unendlichen Weiten der nordafrikanischen Sandwüste:
Zwei attraktive junge Damen sind auf einer Urlaubstour und kurven deswegen mit einem Jeep durch die sandige Einöde bis sie bei einer Oase landen.
Dort machen unsere Grazien Rast und erkunden das Gelände.
Während eine der beiden Schönheiten die Oase einfach nur gruselig findet und am liebsten sofort per Jeep wieder Richtung Zivilisation aufbrechen will, ist ihre Partnerin aus anderem Holz geschnitzt.
Allerdings hätte sie besser auf ihre Gefährtin hören sollen, da unter unheimlichen Geräuschen merkwürdige Kreaturen auftauchen und den zwei kreischenden Schönheiten der Gar ausmachen... .
Anderswo stattet Kurt Meitzell (Henri Lambert) Captain Blabert (Javier Maiza) einen Besuch ab.
Allerdings nicht um einfach mal "Guten Tag und auf Wiedersehen" zu sagen, denn Meitzell ist Schatzsucher und Blabert war als Offizier der britischen Armee während des 2. Weltkrieges mit seiner Truppe in der Wüste unterwegs.
Aber nicht um Sandkörner zu zählen oder die Beduinen zu einer Runde Tee einzuladen sondern um der deutschen Wehrmacht Saures zu geben.
Weswegen Blabert und seine Männer den deutschen Teutonen bei einer Oase auflauerten und es zu einem Gefecht kam bei dem einzig er überlebte.
Auch transportierte der Wehrmachtskonvoi Gold das noch immer irgendwo dort versteckt sein soll und Balbert kennt natürlich den genauen Standort jener Oase.
Doch Meitzell ist nicht wirklich daran interessiert zu teilen und meuchelt Blabert heimtückisch mit einem Kugelschreiber (?) um dann mit dessen Karte mit den genauen Koordinaten das Weite zu suchen... .
Schon bald erfährt Blaberts Sohn Robert (Manuel Gelin), der in London studiert, vom Tod seines Vaters und aus dessen Aufzeichnungen vom Goldschatz.
Gemeinsam mit seinen Freunden bricht Robert gen afrikanischer Wüste auf um die Reichtümer zu bergen.
Vor Ort werden sie aber von einem Scheich (Antonio Mayans) (Vater von Blaberts Ehefrau, also Roberts Mutter) gewarnt:
Die Oase wird von den Geistern der Deutschen heimgesucht, die jeden Eindringling brutalst um die Ecke bringen.
Die Gruppe gibt nicht viel auf diese Legende bis sie selbst den untoten Knobelbecherträgern gegenüberstehen... .
Meinung:
Jess Franco (Die Nacht der offenen Särge, Sadomania, Die Säge des Todes) dürfte den meisten Freunden des gepflegten Trashfilms bekannt sein.
1982 erschien Oase der Zombies, der sich an den Erfolg von Romeros Dawn of the Dead anhängen wollte und zudem einer der früheren Filme ist in denen Nazi - bzw. Wehrmachtzombies auftreten.
Während Filme wie Shock Waves (1977) und Sumpf der lebenden Toten (1981) ebenfalls dieses Konzept benutzen und es auch zu nutzen wissen:
In Shock Waves sind die Monster Psychopathen und Gewaltverbrecher die von den Nazis in eine Art untote Cyborgs umgewandelt, in Uniformen gesteckt wurden um als "Wunderwaffe" den Krieg doch noch zu gewinnen während in Sumpf der lebenden Toten Wehrmachtssoldaten von französischen Widerstandkämpfern exekutiert und in einem See, der für okkulte Rituale verwendet wurde, versenkt werden um später als Untote wiederzukehren.
Bei Oase... gibt es keine Erklärung warum gerade die Deutschen als Zombies die Oase unsicher machen und nicht die englischen Soldaten.
In Shock Waves, Sumpf..., Overlord, Dead Snow oder Outpost werden, ob es sich nun um schwarze Magie, unmenschliche Experimente oder okkulte Verwünschungen handelt, Gründe geliefert warum Fritz, Otto & Co. Jahre nach Kriegsende / bzw. während des Krieges (und ihrem Ableben) munter durch die Gegend stackseln.
Allerdings kann ich es nicht über mich bringen Oase... als Filmniete zu verdammen.
Klar, die dt. Synchronisation ist nicht wirklich erste Güte, einige Dialoge (und Charaktere) nicht besonders ausgereift aber dafür gibt es eine Sexszene, die Zombiemasken sind eigentlich recht gut gelungen und die Gefechtsszene zwischen Deutschen und Engländern ist gut inszeniert (wobei ich anmerken muss, dass diese Szenen aus dem Kriegsfilm Himmelfahrtskommando in die Hölle stammen und Szenen in denen Blaberts Darsteller munter in Deckung geht einfach mit eingefügt worden sind).
Für beinharte Trashfans ist Oase zumindest einen Blick wert.
Allein die Szene in der Meitzell (der mit seiner Expedition den Zombies in die Falle gegangen ist aber verletzt überlebt hat) im Delirium, dem Tode nahe durch die Gegend torkelt und hysterische Warnungen ausspricht ohne das ihm Robert oder andere Umstehende helfen ist schon allein wegen der dt. Synchronisation und der Leistung der Schauspieler unfreiwillig komisch.
Ich habe keine Ahnung ob Oase... damals in den (Bahnhofs)kinos gelaufen ist.
Falls dies aber der Fall gewesen ist war es für den einen oder anderen Kinofreund der eventuell einen weiteren Zombieschocker in Richtung Romero oder Fulci erwartet hatte wohl eine ziemliche Überraschung.
Oase... ist nicht besonders blutig oder brutal aber dafür durchaus atmosphärisch (und etwas langatmig) inszeniert.
Meinung:
Oase der Zombies: (k)ein Meilenstein, ein Film aus einem Paralleluniversum bei dem eine einmalige Sichtung nur für 100 %, ach was, 1.000 % Trashfilmfans angebracht ist.
(4/10)