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Home Invasion zieht irgendwie immer, denn wer sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlt, hat entweder psychische Probleme oder einen ungebetenen Gast im Haus.
Autor und Regisseur David Morley zieht seine Geschichte nur leider etwas unglücklich auf, denn mit dem Eindringling einzusteigen und die Bedrohten erst nach zwanzig Minuten ohne Figureneinführung ins Spiel zu bringen, wirkt sich merklich aufs spätere Mitfiebern aus.

Ein Unbekannter hat sich Zutritt zu einer Wohnung verschafft und bereitet sich in aller Seelenruhe auf die Rückkehr der Verheirateten Sara und Frank vor. Als diese zuhause nach einem Date eintreffen, ahnen sie noch nicht, wer da in ihren Gemächern lauert...

Es handelt sich um ein Drei-Personen-Stück, bei dem Randfiguren entweder nur per Telefonstimme (Saras Mutter) oder vor der Haustür (Security-Typ) erscheinen. Ansonsten spielt sich das Geschehen ausschließlich im Haus ab, selbst von außen gibt es lediglich eine nächtliche Silhouette. Der namenlose Eindringling wird indes nur bis zum Hals erfasst, später trägt er eine Maske und spricht kein Wort. Augenscheinlich macht der Mann so etwas nicht erstmalig, da er die Ruhe in Person ist, immerhin die Katze streichelt und Zeit findet, sich Teile eines Footballspiels anzusehen, bevor das Paar heimkommt.

Nur fragmentartig bekommt man mit, dass deren Sohn offenbar bei den Großeltern ist, während das junge Paar unterschiedliche Pläne verfolgt, da sie sich spät von den Eltern losgelöst hat und er lieber ein Leben auf dem Land führen möchte.
Als Charaktereinführung ist das alles etwas zu wenig, denn es sagt nicht viel aus, wenn er sich Blues via Vinyl zu Gemüte führt, während sie ihn mit einem Cheerleader Outfit überraschen möchte.

Als der Killer schließlich zur Tat schreitet, macht sich die grundsolide Kamera rasch bemerkbar, da einige Schockmomente ein effektives Timing aufweisen und Situationen des Lauerns, Versteckens oder Anpirschens stets sicher eingefangen werden.
So kommt trotz des überaus schlichten Sujets häufig Spannung auf und auch Splatterfreunde bekommen ein paar kleine Einlagen, da ein massiver Golfschläger durchaus etwas Schaden anrichten kann, ein Schwert und eine Handfeuerwaffe ohnehin.

Leider gesellen sich einige eklatante irrationale Verhaltensweisen auf beiden Seiten hinzu und auch die Motive des Eindringlings bleiben weitgehend im Dunkeln. Ein kleiner Twist überrascht gegen Ende zwar noch, allerdings triefen die letzten Minuten nur so vor Logiklöchern, was den Gesamteindruck jedoch nicht entscheidend nach unten zieht.

Denn dieser ist trotz einiger Mankos nicht übel, darstellerisch wird passable Kost geliefert und auch der zurückhaltende Score fügt sich der Geräuschkulisse im Haus, welche zusehends eine bedeutende Rolle spielt.
Klar hat man Home Invasion schon mal mitreißender erlebt und aufgrund der schwachen Charakterzeichnungen wäre auch deutlich mehr drin gewesen, jedoch könnten eingefleischte Fans des Subgenres einen Blick riskieren, denn die Angst in den eigenen vier Wänden überträgt sich durchaus.
6 von 10

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