Wenn man sich als Regisseur einen Namen im Horrorbereich machen möchte, kann dies durchaus im Subgenre des breiten Spektrums eines Geisterfilmes sein, denn Möglichkeiten zwischen Dämonen, Flüchen oder düsteren Vergangenheiten gibt es ja zuhauf.
Was man jedoch nicht machen sollte, ist ein Debüt abzuliefern, welches sich wie TV-Massenware anfühlt und im Endeffekt genauso ideenlos daherkommt.
Lucy (Cristin Milioti) und Wade (Michael Rady) führen mit ihrem Neugeborenen Jack ein glückliches Dasein, bis beide von Visionen heimgesucht werden. Zunächst sind es nur unerklärliche Geräusche, dann werden sie Zeuge eines unheimlichen geisterhaften Vorganges im Esszimmer. Lucy ist fest entschlossen, dem Geheimnis der mysteriösen Vorkommnisse auf den Grund zu gehen und sieht sich dabei zusehends mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert...
Regisseur Todd Alcott hätte sein Drehbuch eventuell noch ein paar Nächte reifen lassen sollen, denn seine Geschichte geht innerhalb ähnlich gelagerter Werke aufgrund mangelnder Kreativität völlig unter. Da reiht sich ein Klischee ans andere, was von der sozial veranlagten jungen Mutter mit Trauma während der eigenen Kindheit über diverse Eigenschaften der Babysitterin geht, simple Geistererscheinungen wie entstellte Gesichter einbindet und bei dem Twist endet, den man ebenfalls in ähnlicher Form bereits einige Male vorfinden konnte.
Dabei performen die beiden Hauptdarsteller durchaus solide, ihre verkörperten Figuren weisen ein paar sympathische Eigenschaften auf und auch der Score, der phasenweise recht deutlich an "Basic Instinct" erinnert, weiß zu gefallen. Doch es wird zu keiner Zeit mehr als Suspense auf Sparflamme geboten, da die wenigen Spukeffekte durch die Bank altbacken und überraschungsfrei in die Szenerie geworfen werden, die Kulisse des 08/15-Hauses keinerlei Atmosphäre schürt und allenfalls die Erscheinung eines fiesen Vaters (Toby Huss) ein wenig mitfiebern lässt, da man dem Kerl wahrlich nicht im Dunkeln begegnen möchte, schon gar nicht mit Hammer in der Hand.
Ansonsten herrscht leider Flaute im Geisterreich, da zu wenig Paranormales geboten wird, der Auftritt eines Mediums ohne Pointe endet und die eine oder andere Wendung innerhalb der überschaubaren Figurenkonstellation kaum verwundert, obgleich zumindest in diesem Teilbereich der Geschichte ein wenig an Details gearbeitet wurde.
Anbei erfahren wir noch etwas über einen Ahab-Geist und was ein Nexus im Bereich der Geisterwelt bedeutet, doch bereichert wird die Story dadurch nicht.
Jener fehlt es latent an Pep und Raffinesse, etwaige Innovationen tendieren gen Null und auch im handwerklichen Bereich hat man zu jederzeit das Gefühl, es mit preiswert heruntergekurbelter TV-Ware zu tun zu haben.
79 Minuten ohne markante Eigenheiten, sonderliche Spannungsmomente oder erwähnenswerte Schockmomente, - zu austauschbar, um noch als Durchschnitt durchzugehen.
Knapp
4 von 10