Ständer, Strippenzieher & Sperrstunde
„Out of the Dark“ schmeißt fast schon übermotiviert viel in den Mixer - was im Endeffekt einen erstaunlich scharfen, feurigen und schnittigen Cocktail ergibt! Erst recht wenn man überlegt, dass er weltweit alles andere als gut erhältlich ist. Erotik, Thriller, Noir, Slasher, Mode, Trash, L.A.-Flavour. Noch dazu gibt er sich audiovisuell alles andere als die Blöße… „Out of the Dark“ rockt! Zumindest wenn man wie ich vorher nahezu nichts erwartet. Erzählt wird von einem Killer in Clownsmaske, der sich in einem hitzig-schwülen Hochsommer in Los Angeles die attraktiven, selbstbewussten und sexuell sehr aktiven Mädels einer Telefonsexhotline vornimmt…
Nicht nur die Luft ist feucht…
Irgendwo zwischen „Clownhouse“, „Stripped To Kill“ und „Body Double“ kommt dieser schwitzig-körperliche Erotik-Slasher (!) daher - und er hat mir ziemlich gut gefallen! Das Ende macht nicht allzu viel Sinn und kommt ohne Andeutung oder Sinn von links um's Eck geschossen. Aber ansonsten ist „Out of the Dark“ unendlich oft besser als er bekannt oder erhältlich ist. Es ist eine Schande, wie rar und in den 80s liegengelassen er ist. Dafür ist er viel zu gut, da wurde schon massiv Schlechteres in HD wiederaufgelegt. Jedenfalls überzeugt „Out of the Dark“ mit knackigen Mädels, einem creepy Killer, schwitzigen L.A.-Vibes und einfach der richtigen Menge an Käse, Kokolores und Kauzigkeit. Sleazy, seicht, süchtigmachend. Natürlich ist das inszenatorisch um Klassen schlechter als alles vom naheliegenden De Palma - aber ebenso um Klassen besser als Filme, die normalerweise im Wust der Erotikzwitterware oder dem Videothekenzeitalter hängenbleiben! „Out of the Dark“ ist stylisch und sexy, er ist modisch und (eventuell) mal misogyn, er ist schlüpfrig und pervers. Und vor allem gibt's bei ihm immer etwas zu sehen oder zu hören - von den Kills bis zu Nacktfotoshoots, von dem gefaketen Telefonsex bis zur eigentlich vollkommen unnötigen Clownsmaske, von den Saxophonen bis zu den Synthies, den dampfenden Gullideckeln bis zu den ebenso dampfenden Bettdecken. Da kann und will ich gar nicht meckern. Das habe ich genossen. Das ist genau meins. Das Ding gehört gehörig wiederentdeckt!
„It's Time for Bobo!“ - De Palmas Epigonen
Fazit: hat mich bei der Stange gehalten. Oder mir meine Stange gehalten?! Wer weiß. Jedenfalls mag ich „Out of the Dark“ nicht nur wegen seiner creepy Clownsmaske und der schwitzig-nebulösen Erotik-Noir-Stimmung. Deutlich besser als erwartet!