Review

Dieser französische Kunst-Horrorstreifen wurde von Publikum und Kritik nicht gerade sehr gut aufgenommen und das, wie ich finde, zu Recht. Niemals habe ich ein so langatmiges Werk gesehen, das aber nicht zugleich vollends schlecht ist. Selbst ein unkonsumierbares Frühwerk von Fassbinder ist noch unterhaltsamer anzusehen als dieses Werk. Es lohnt sich zwar bedingt sich mit „Trouble Every Day“ auseinander zu setzen, es ist aber letztlich sicher nicht die beabsichtigte geistige Herausforderung geworden. Obwohl der Ansatz ein tiefgehendes Vampir-Drama zu drehen, das sich nicht an die Genre-Konventionen hält doch sehr löblich ist und auch Potenzial gehabt hätte.

Eher im Gegenteil: Verkopftes Kunstkino wie es französischer nicht sein könnte, aufgebläht mit einigen Kontroversen präsentiert die (mir völlig unbekannte) Regisseurin Claire Denis dem Zuschauer. Die Story wird so langsam und schleppend erzählt das man fast von Anmaßung reden kann, schließlich ist das pure Absicht. Das aber ein Film nicht direkt gut ist nur weil er fast unmöglich zu konsumieren ist dürfte klar sein, doch genau so wirkt „Trouble Every Day“: Selten zuvor habe ich etwas gesehen was so krampfhaft auf intellektuell macht und eigentlich nur heiße Luft ist.

Es gibt auch einige positive Aspekte die sich festhalten lassen, doch im Gesamtkontext gehen sämtliche Qualitäten leider unter – da helfen auch die überzeugenden Schauspieler und die teilweise brillanten Bilder gar nichts. Starke Musikuntermalung und hervorragende Kameraeinstellungen garantieren zwar eine hohe Ästhetik, diese ersetzt hier aber leider nicht die kaum vorhandene Story. Vincent Gallo muss den Film fast alleine tragen, und unter den gegebenen Bedingungen macht er nichts falsch. Genau so alle übrigen Schauspieler, alle können in ihren Rollen überzeugen.

Die berüchtigten Gewaltszenen lassen wieder die Intention der Regisseurin erkennen: Möglichst viel polarisieren, auch wenn es keine Erklärungen oder Gründe dafür gibt. Durch die Eindringlichkeit der Inszenierung wirken die Gewaltakte zwar nicht exploitativ, irgendwie sinnvoll wirken sie aber auch nicht.

Fazit: Weder Horrorfans noch Freunde des anspruchsvollen Art-Kinos dürften hier zufrieden sein, als Autorenfilm einfach zu flach und unergiebig, als Horrorfilm fehlt die Emotion und das Tempo. Weder Fisch noch Fleisch und daher niemandem wirklich zu empfehlen.

Mit 4 Punkten ist “Trouble Every Day” (wer hat sich eigentlich diesen saublöden Titel überlegt?)
daher noch ziemlich gut bedient.

Details
Ähnliche Filme