Review
von Leimbacher-Mario
Over the Schrott
Nicht von meiner Überschrift abschrecken lassen, das ist nur ein Wortspiel - „Hands of Steel“ ist geil! Einige Hollywood-Actionhits mit Spaghettisauce vermixt, Martino hatte Spaß (zumindest bis zum tragischen, tödlichen Helikopterunfall am Set), aus einer Zeit als die Titel noch den größten Plottwist spoilern durften... Paco, ein Muskelmann, Ex-Militär und Auftragskiller, gerät nach einem gescheiterten Mordversuch in eine abgelegene amerikanische Kaschemme wo scheinbar regelmäßig Armwrestlingwettbewerbe ausgetragen werden - gut, wenn man dann wortwörtlich Arme aus Stahl hat...
Wer auf italienische B-Exploitationer steht, wie „Fireflash“ (ebenfalls vom umtriebigen Martino), „Blastfighter“ oder „Endgame“, der muss sich auch diesen breiten, kein Fick gebenden Cyborg in die Sammlung stellen. Oder zumindest einmal sehen. Doch dann wird man ihn ziemlich sicher daheim stehen haben wollen, da gebe ich mein Wort. Zumindest bei „edlem“ Geschmack ;). Dieser Kampf um die Zukunft punktet mit weirdester Unvorhersehbarkeit, harten Shootouts und bizarren Halb-Mensch-Halb-Maschine-Kreationen, mit zupackenden Händen und schwitzenden Adonissen, mit gewaltigen Explosionen und saurem Regen, mit einem überfiesen George Eastman und einem Helden, bei dem nicht nur die Bizepse aus Stahl sind. Auch Eier und Sprüche sind teflonbeschichtet. Platt, rotzfrech, kopiert. Und dennoch irgendwie ein Original. Kurzweile auf aufgepumptes Menschenfleisch gegossen. Das Poster, der Score, Testosteron, Gummi, Liebe in der Luft. Cheesy wie Emmentaler. „I'm the Perfect Cyborg!!!“. Egal ob Mann oder Maschine - da qualmen die Daumen, die Hintern, die Guns. Ihr merkt schon - einer meiner absoluten Bad Taste-Lieblinge!
Fazit: von „Terminator“ über „Cobra“ bis „Road Warrior“ ist in diesem Martino-Mix alles drin - und dennoch ist es ein ganz großer, skurriler, cooler Italo-Cocktail, den man weder haten will noch kann. Ein Killercyborg auf der Flucht beim Armdrücken?! Gimme Gimme Gimme a Man of the Shootfight!